
Kümmel – Wirkung, Herkunft, Anwendung und Aussaat
Der Kümmel, diese lichte Würz- und Heildroge, ist eine zweijährige Pflanze.
In der gemäßigten nördlichen Zone gibt es etwa 22 verschiedene Kümmel-Arten.
Kümmel liebt feuchten Boden, sonnige Standorte und ausreichend Licht, weshalb er besonders gut auf nährstoffreichen Wiesen und in naturnahen Gärten gedeiht.
Aussaat und Wachstum im Heilgarten
Im Heilgarten von „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ säen sich die Pflanzensamen in der nährstoffreichen Heilerde aus dem Kompost des Heilgartens selbst aus. Dadurch entsteht ein natürlicher Kreislauf, in dem sich die Aromapflanze jedes Jahr erneut verbreitet.
Er wächst dort in Gemeinschaft mit Engelwurz, Meisterwurz, Glockenblume, Hirschwurzel, Brennnessel, Hirtentäschl, Schöllkraut und Tausendgüldenkraut.
Diese Pflanzen bilden zusammen eine artenreiche Heilpflanzen-Vegetation.
Außerdem ist er eine wertvolle Bienenfutterpflanze, da seine Blüten reich an Nektar und Pollen sind.
Die aromatischen Samen werden traditionell auch als Gewürz verwendet und schmeckt besonders gut in Kohl-Gerichten, Brot und herzhaften Speisen.

Herkunft und Geschichte
Zur Herkunft schreibt Regina Hruska, dass bereits in neolithischen Pfahlbauten Körner der Gewürzpflanze gefunden wurden. Daraus lässt sich schließen, dass Kümmel schon in der Jungsteinzeit als Nutzpflanze
bekannt war.
Es wird angenommen, dass die Heilpflanze den germanischen Völkern durch die Römer bekannt wurde.
Diese brachten viele Heil- und Gewürzpflanzen in den Norden Europas.
Mythologie und Volksglaube
In der Wiesenkümmel – Mythologie berichtet der antike Autor Theophrast, dass Kümmel besonders gut wächst, wenn man während der Kümmel Aussaat flucht und laut schreit.
Man glaubte damals, dass der intensive Geruch und der hohe Gehalt an ätherischen Ölen im Kümmel für Geister unangenehm seien. Durch das Fluchen sollte zusätzlich Aufmerksamkeit erzeugt und der Kontakt zur geistigen Welt hergestellt werden.
Solche Bräuche zeigen, wie stark Kümmel früher nicht nur als Heilpflanze, sondern auch als magische Schutzpflanze angesehen wurde.
Im Brot und in der Küche
Überlieferten Sagen zufolge wurde die Heilpflanze aufgrund dieser Schutzwirkung auch in Brot und Gebäck gegeben. Man glaubte, dass Kümmel böse Einflüsse fernhält und gleichzeitig die Bekömmlichkeit der Speisen verbessert.
Bis heute sind die würzigen Samen ein klassisches Brotgewürz und werden besonders in traditionellen Roggen-Broten verwendet.
Auch in „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ wird Kümmel von Seminarteilnehmern sowie von Menschen, die schamanische Behandlung oder verschiedene Termine buchen, sehr geschätzt.

Wirkung auf Verdauung und Wohlbefinden
Die Kümmel-Dolden werden im Juli gesammelt, anschließend vollständig ausreifen gelassen und danach werden die reifen Kümmel-Samen herausgeschüttelt.
In der Aschenanalyse der Samen zeigt sich ein hoher Gehalt an Kieselsäure (3,5 %), Eisenoxyd (3,6 %), ätherischen Ölen (bis zu 7 %) sowie Gerbstoffen.
Diese Inhaltsstoffe erklären die vielseitige Wirkung
der Spaltfüchte.
Das blähungslindernde Gewürz stärkt die Verdauung, wirkt krampfstillend und gilt als eines der wirksamsten pflanzlichen Mittel gegen Blähungen und Völlegefühl.
Besonders bekannt ist die Kombination aus Anis, Fenchel und Kümmel, die als klassische Kümmel-Fenchel-Anis-Mischung zur Unterstützung der Verdauung verwendet wird.
Blähungstreibend wirken dagegen unter anderem Engelwurz, Kamille, Ingwer, Kalmus, Kardamom, Koriander, Minzen, Paprika und Thymian.
Kümmel – Anwendung in der Volksmedizin
In der Volksmedizin gilt die verdauungsfördernde Pflanze seit Jahrhunderten als bewährtes Magenmittel und als appetitanregendes Heilmittel. Darüber hinaus werden die Samen auch bei Koliken eingesetzt — ähnlich wie Kamille, Baldrian, Hopfen, Kuhschelle, Lobelie, Mistel und Kalmus.
Bei Durchfall werden die reifen Samen traditionell gemeinsam mit Odermennig und Myrte verwendet. Außerdem hilft Kümmel bei Gallen- und Leberbeschwerden, vergleichbar mit Heilpflanzen wie Löwenzahn, Kamille, Mädesüß, Berberitze, Eisenkraut, Ehrenpreis und Yamswurzel.
Auch als Hustenmittel bei Bronchitis finden die Heilpflanzen-Samen Anwendung, insbesondere in Kombination mit Andorn. Unterstützend wirken zusätzlich Blüten von Holunder, Schafgarbe sowie ätherische Öle von Minzen, Eukalyptus und Kiefer.

Kümmel Tee Zubereitung
Für Tee wird ein gehäufter Teelöffel Samen mit etwa 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von rund 10 Minuten wird der Tee abgeseiht und anschließend schluckweise getrunken.
Für Babys sollte dieser Tee vorsichtig dosiert und im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt werden, damit die Wirkung sanft bleibt.
Kümmel Milch als Hausmittel
Für die traditionelle Kümmel-Milch werden zwei Teelöffel Samen im Mörser zermahlen und anschließend in 200 ml Milch aufgekocht. Während des Erhitzens sollte die Mischung stetig gerührt werden. Nach etwa 3 bis 5 Minuten wird die Milch vom Herd genommen.
Die warme Milch kann mit Honig gesüßt und dreimal täglich getrunken werden. Wenn verfügbar, wird besonders Ziegenmilch empfohlen.
Früher war es üblich, Heilkräuter in Milch aufzukochen, da die fettlöslichen Wirkstoffe so besser aufgenommen werden konnten.
Wiesenkümmel für Tiere in der traditionellen Tierheilkunde
Auch in der Tierheilkunde spielte die Verdauungspflanze eine wichtige Rolle. Leiden Pferde an Koliken, wird die Pflanze samt Samen traditionell in fein gehacktes Haferstroh gemischt und verfüttert.
Hatten Kühe sogenannte „Wasserbeschwerden“, erhielten sie einen Tee aus Petersilie, Kamille und Kümmel, um die Verdauung zu unterstützen und das Wohlbefinden zu verbessern.


