Roggen

Roggen wird seit dem Neolithikum angebaut
Secale cereale, Familie, Süßgräser, Poaceae

Roggen – traditionelles Getreide mit Geschichte,

Roggen – Anbau und 

Eigenschaften Wirkung und Bedeutung

Roggen wurde im Abendland wie Gerste, Weizen und Hafer seit dem Neolithikum angebaut.
Der Anbau verstärkte sich in der Eisenzeit.
Er wächst gerne auf eher sandigen Böden und ist weniger anspruchsvoll als Weizen.
Roggen enthält kein Klebeeiweiß, daher benötigt der Teig Sauerteig, um aufzugehen.
Roggen wird je nach Sorte meist zwischen Juli und August geerntet.

Historische Nutzung und kulturelle Hinweise

Die Ägypter kannten den Sauerteig.
In der Bibel finden wir das jüdische Gesetz, an Pessach 7 Tage lang kein gesäuertes Brot zu essen.

Im antiken Rom galt Roggen als magenschädigend.

Roggen und Mutterkorn

Roggen neigt zur Verbindung mit einem Pilz, dem Mutterkorn.
Im Mittelalter kam es zu schweren Vergiftungen, von denen ganze Dörfer betroffen waren.
Die Vergiftungen wurden als Seuche verstanden, man suchte Hilfe beim heiligen Antonius.
Auch die Schamaninnen und Schamanen waren hilflos.
Typische Symptome waren Wahnvorstellungen, Erbrechen, Durchfall sowie Geschwüre am ganzen Körper, Herz- und Atemlähmungen die zum Tod führen.
Die Schamanin und die Heilerin verwendeten es zur Förderung von Wehen und zur Abtreibung.

Wissenschaftliche Entdeckung

Erst im 17. Jahrhundert entdeckte man den Zusammenhang zwischen dem Mutterkorn und dem Roggen.
Der Chemiker Albert Hoffmann (1906 – 2008), der über die Wirkungen des Mutterkorns auf den Kreislauf forschte, entdeckte im Zuge dieser Forschungen das LSD.

Roggenfeld im Wind
Roggen Anbau, am Feldrand oft Kornblume

Roggen – Bedeutung in der heutigen Landwirtschaft

Regina Hruska „Die Gefahr unserer Zeit ist nicht das Mutterkorn.
Es ist das Saatgut, das von wenigen globalen Konzernen patentiert und kontrolliert wird. Es gibt zahlreiche Patente auf Soja, Reis, Mais und Weizen.
Führend dabei sind Bayer, Syngenta usw.“

Gleichzeitig erleben wir eine globale Jagd auf Böden, auf denen in großem Maßstab Getreide angebaut werden soll.
Ähnlich den Monokulturen von Ölpalme und Soja, Ananas und Bananen.

Korn und Licht aus der Jurte

Eine nachhaltige Nutzung liegt in Agrodiversität, Agroforstsysteme und in der resilienten Landwirtschaft. Das führt zu einer ökologischen Landwirtschaft, zur solidarischen Landwirtschaft und zur biologischen Landwirtschaft. Und letztlich zur Ernährungssouveränität.
Wo Boden- und Tiergesundheit wieder die erste Stelle einnimmt und Vertrauen in unsere Nahrungsmittel wieder selbstverständlich wird.“

Roggen und Zwiebel im Alten Ägypten

Mythologie und kulturelle Bedeutung

Ein Blick zurück in die Menschheitsgeschichte führt uns zu den Erd- Fruchtbarkeits- Himmels- und Regengöttinnen.
Sie waren für Nahrung auf der Erde zuständig.
Getreidegöttinnen entwickelten sich erst in der Zeit der Sesshaftigkeit.

Die ersten figürlichen Darstellungen finden sich in Indien, im asiatischen und orientalischen Raum. In ihnen finden wir die Verbindungen des Seelischen mit der Pflanzenwelt.
Dargestellt wurden sie mit Getreideähren, Früchten vom Apfelbaum, Granatapfelbaum und Mohn.

Getreidegöttinnen und Symbolik

Zahlreiche Getreidegöttinnen sind bekannt.
In Ägypten hat Isis ihren Bruder Osiris in den Ackerbau eingeführt, er wurde als Korngott verehrt.
In Rom war es die in einem Ährenkleid dargestellte Ceres.

In der germanischen Mythologie die zweite Frau des Donnergottes Thor, Sif, welche die Gabe der Weissagung besessen hat.

Schamanische Mythologie bereichert auch in Seminaren, bei Terminen und in der schamanische Beratung, in „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“.

Roggen – Heilwirkung und medizinische Nutzung

Heute wird Mutterkorn in der Medizin zur Behandlung von Sklerose, Hypertonie, zur Blutstillung nach
der Geburt und bei Migräne eingesetzt.
Keine Selbstmedikation, konsultieren Sie ihren Arzt!

Selbstversorgung – Roggen als robustes Getreide für nachhaltige Ernährung

Roggen – das widerstandsfähige Getreide für naturnahe Landwirtschaft. Roggen ist ein anspruchsloses Getreide, das sich besonders für sandige Böden eignet und eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Landwirtschaft spielt. Durch seine Widerstandsfähigkeit und vielseitige Nutzung ist er eine wertvolle Pflanze für die Selbstversorgung.

Der Roggen zeigt uns als traditionsreiches Getreide, wie sich Landwirtschaft, Kulturgeschichte und Ernährung in einer widerstandsfähigen Pflanze vereinen.

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