Weisheit der Bienen
Bienen in einem Garten führen zu Blumen, Wildblumen, Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern.
Ihre Lebensbasis liegt gänzlich in den Blüten der Pflanzen. Die Weisheit der Bienen zeigt sich in dieser engen Verbindung mit der Pflanzenwelt.
Bienen, Blumen und Bäume bilden eine Lebensgemeinschaft, in der eines auf das andere angewiesen ist.
Das lebendige System des Bienenvolkes und seine weisheitsvolle Zusammenarbeit haben keine Vorgesetzten. Allerdings wirkt die Umgebung stark auf das Bienenleben.
Weisheit der Bienen – in der Natur und in der Zeit lesen
Das Bienenvolk erzählt uns Geschichten, die Vergangenheit, das Jetzt und die Zukunft mit der Erdseele verbinden.
Es repräsentiert Unschuldskräfte, die wir über Bienen neu entdecken können. Sie führen, gemeinsam mit der Erde, zu einer neuen Daseinsweise.
Der Bund mit Tieren ist ein archaisches Motiv. Seit der Altsteinzeit galten Tiere viele Jahrtausende lang als dem Menschen überlegen.
Sie brachten Licht ins Erdendunkel.
Vielleicht liegt gerade darin eine Erinnerung, die für unsere Gegenwart Bedeutung hat: sich nicht über das Lebendige zu stellen, sondern die eigene Stellung innerhalb des Ganzen wieder wahrzunehmen.
Bienenvolk – die Intelligenz des Ganzen
Wir haben im Heilgarten von „Licht aus der Jurte“ einen Bienenschwarm erlebt.
Die alte Königin des Bienenstocks fliegt mit ihren Gesellinnen aus der alten Wohnung aus und bildet ein neues Volk.
Zahlreiche andere Bienen bleiben in der alten Wohnung und ziehen eine neue Königin groß.
Das klingt einfach, doch ist es ein beeindruckendes, komplexes Geschehen,
das von überragender kollektiver Intelligenz zeugt.
Kundschafterinnen schwärmen in die Umgebung aus. Für die neue Wohnung suchen und prüfen sie mögliche Nistplätze.
Untersucht werden unter anderem das Volumen des Hohlraumes, die Größe des Eingangs, Schutz, Sonnenlicht und Futterplätze.
Sie haben eine Sprache. Diese ist der Tanz, mit dem sie ihre Befunde und Informationen mitteilen.
Zwischen den unermüdlichen Kundschafterinnen herrscht so etwas wie ein Wettbewerb um den besten Nistplatz.
Sie tragen Informationen zusammen, machen im Schwarm Vorschläge und liefern Entscheidungsgrundlagen.
Keine einzelne Biene besitzt die ganze Antwort. Aus Wahrnehmung, Mitteilung und dem Zusammenwirken vieler Einzelner entsteht schließlich eine gemeinsame Entscheidung.
Der Mensch lernt über die große Weisheit eines Bienenvolkes auf neue Art in der Natur und in der Zeit zu lesen.
Bienen und Blumen – eine Liebesgemeinschaft
Ein Garten, in dem Bienen, Wildbienen und andere Insekten Nahrung finden, ist mehr als eine Ansammlung von Pflanzen. Blüten öffnen Nahrungsräume, Bienen tragen Leben weiter,
Pflanzen bilden Früchte und Samen – ein lebenserzeugender Geist.
Der Garten, in dem die Bienen leben, ist eine Rekonstruktion eines verlorenen Paradieses, in dem wir dem Himmel noch am nächsten waren.
Der Gedanke des verlorenen Paradieses erinnert daran, dass Mensch, Pflanze und Tier nicht voneinander getrennt gedacht werden können. In ihnen ist es dem Menschen möglich, das Walten höherer Engelskräfte zu erkennen.
Um sich Bienen anzunähern, braucht es, wie im „Spirituelles Heilen – Heilschamanismus“, im Heilschamanismus und in der Kunst, die Fähigkeit des Sich-Hineinfühlens, das Ganze wahrzunehmen.
Das Vorhandene zu erfassen, zu beurteilen und eventuelle Lösungen zu erarbeiten, welche die natürlichen Kräfte von Bienen und Blumen stärken. Ein wahrnehmendes Erkennen – kein neutrales, distanziertes Beobachten, Messen und Berechnen.
Bienen und Blumen sind Zentren der Heilkraft und großartige Beispiele eines harmonischen Zusammenlebens. Bienen, Blumen und Bäume werden damit zu einem Bild des Zusammenlebens, das in Himmel und Erde verwurzelt ist.
Süße Medizin
Die Wirksamkeit von Honig als stärkende, heilsame Kraft ist unbestritten. Die Heilkraft, die in den Blumen lebt, ist von Bienen als sechseckig wirkende Kraft in den Honig hineingetragen.
Im Bienenstock wird vom Bienenvolk das dem Honig beigegeben, was auf Blumen und im Bienenstock selbst lebt: Weisheit und Liebe.
Welche heilsame Kraft liegt im Bienensummen und im Duft der Bienen!
Sie kommunizieren nicht nur über ihren Duft, sie lassen auch den Menschen die Düfte von Propolis, Honig und Wachs zukommen.
Die Biene schenkt nicht nur etwas Stoffliches. In der schamanischen Betrachtung öffnet sie einen Zugang zu einer Welt, in der Natur nicht als Sache, sondern als Wegzehrung des Lichts erfahren wird.
Wie ein Bienenvolk, so soll der Heilschamanismus zum Wohle des Ganzen wirken.
Weisheit der Bienen in Mythologie und geistiger Welt
Weit zurück reicht die Geschichte der Bienen.
In der spanischen Höhle von Arana fand sich eine Felszeichnung mit der Darstellung einer Honigsammlerin.
Bei den Indogermanen findet sich die Symbolik des Honigs, der eine wichtige Zutat bei Ritualen gewesen ist.
In den Mythen der Hethiter holt die Biene der Muttergöttin im Frühling den Fruchtbarkeitsgott.
Im alten Ägypten wurde der Pharao auch „der zur Biene und zur Binse gehört“ genannt.
Die Biene war ein spirituelles Symbol für die Seele.
Bei den Griechen wurden insbesondere die Priesterinnen der Demeter „Melissa“, Biene, genannt.
Auch in den germanischen Überlieferungen finden sich Bienen und Honig. Es gibt einen altenglischen Bienensegen.
Bienen werden „siegreiche Frauen“ genannt und mit Walküren assoziiert.
In der Snorra Edda führt die Spur zu Yggdrasil, Urds Brunnen und dem Honigtau, von dem sich die Bienen ernähren.
Jakob Grimm schreibt in der Deutschen Mythologie über zahlreiche Vorstellungen von Bienen.
Bei Grimm finden sich darüber hinaus Bienen in Verbindung mit Gottheiten verschiedener Mythologien.
Die Weisheit der Bienen findet ihren Ausdruck damit auch in Mythologien und Weisheitslehren. Die Biene ist damit weit mehr als ein Nutztier. Ihre Spuren führen durch Mythologien und Weisheitslehren.
Sie verbinden Mensch, Natur und geistige Welten.
Eine neue Daseinsweise
Bienen sind in unserer Gegenwartszeit und in der Menschheitszukunft heilende und speisende Arznei, die den Sphären des Himmels angehören.







