Mistel

VISCUM ALBUM

Jahrhunderte lang wurde und wird an die Heilwirkungen der Meisterpflanze geglaubt, viele Jahrzehnte der Mistelforschung liegen hinter uns. Es gibt eine unübersehbare Flut von Publikationen. Daher kann auch dieser kurze Überblick nur unvollständig sein. Die Nordvölker, von harten Lebensbedingungen geprägt, haben aus ihren Naturbeobachtungen heraus eine Brücke gebaut zwischen Licht und Dunkel. Um nicht ungeschützt in die Dunkelheit gehen zu müssen, war die schwerelose Mistel, der „Goldene Zweig“ Schutz und Kraft Regina Hruska „Auch heute noch ist die Mistel ein wesentlicher Bestandteil mancher Seminare und Termine der Ausbildungen „Spirituelles Heilen – Heilschamanismus und der Schamanischen Ausbildung in Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“.

Ein Vegetationsmythos: Baldr, der Lichtgott, Feind jeden Unrechts, Sohn Odins und Friggs, verkündete seine unheilvollen Träume über die Bedrohung seines Lebens. Frigg nimmt allen Wesen und Dingen das Versprechen ab, ihren Sohn nichts anzutun. Aber die Mistel, die auf dem Baum westlich von Walhall wächst, vergisst sie. Loki, der Verschlagene, Listenreiche, dunkel im Gemüt, schneidet die Mistel und verführt den blinden, ahnungslosen Hödr (Bruder Baldrs) diesen Zweig auf Baldr abzuschießen. Er trifft ihn tödlich. „…Ihrem Ende eilen sie zu, die so stark im Bestehen sich wähnen…“ Richard Wagner: „Das Rheingold“ Loge Baldr und Hödr versöhnen sich erst im Totenreich und gelangen miteinander wieder auf die neue Erde.

Eine Geschichte vom Leben und Tod und Wiederauferstehung. Hödr ist unter anderem die Macht, die zum Erblinden führt. Es gelingt, das Licht zu vernichten. Daraus folgt aber auch der Verlust der Hellsichtigkeit, der Verlust der Sehergabe. Die Wiedererlangung des Hell – Sehens führt nur über die Versöhnung, wenn es die Möglichkeit gibt, auch im nachtodlichen Raum oder in einem der nächsten Leben. Solange wir auf der Erde weilen haben wir diese Versöhnungsmöglichkeit im eigenen Unbewussten und im persönlichen geistig – seelischen Raum. Das ist für jeden Menschen, der Kontakt mit dem Heilzentrum sucht ein bewusstes oder unbewusstes Bedürfnis. In den geistigen Welten, die wir nach unserem Tod betreten begegnen wir einander, hier begegnen wir den Seelen von unseren Brüdern und Schwestern und unseren Ahnen. Nutzen wir die Möglichkeiten hier auf der Erde und all die Möglichkeiten, die der Heilschamanismus anzubieten hat.

Griechische Mythologie: Uranos wurde von seinem Sohn mit einer Sichel kastriert. Zwei Mistelbeeren fielen ins Meer, Aphrodite stieg daraus hervor. Bei den Römern war die Mistel eine Schutzpflanze. Ein Mistelzweig schützte Äneas beim Betreten der Unterwelt.

Heilkunde: Meisterpflanze. „All – Heil“. Heilenergie mit besonders hohen Schwingungen. Die Mistel ist gebündeltes Licht. Große Grünkraft – Viriditas – höchste kosmische Schöpferkraft. Während andere Pflanzen nur bei Tageslicht assimilieren, lässt sich die Mistel auch vom Mond- und Sternenlicht durchdringen. In der Menschenheilkunde können wir auswählen: Die Mistel vom Apfelbaum Birke Pappel Weide Die Mistel der Kelten ist auch die Mistel der Laubbäume, Viscum album platysperum.

Überlieferung: Im Zentrum der Verehrung stand in früheren Zeiten, die Eiche viscum quercinum. Kostbarst waren die Eichenmisteln. Die Kelten lernten sie auf ihrem Weg nach Westen kennen. In Irland wuchs bis ins 19. Jahrhundert keine Eiche Gott Eeus, eine Mistelgottheit, Gott der Fruchtbarkeit und der Krieger war der Hüter der Heiligen Haine, in denen die Feste gefeiert wurden. Misteln und Mistelernten hatten hier einen zentralen Platz. Der Jahresbeginn der Kelten: 1. November: Samhain, Sommerende 3. November: „Schwarzer Samhain“. Sommerende war bei Tagesende. Winterbeginn am nächsten Morgen. Zwischenzeit: 1 Nacht. Die Nacht zwischen den Welten. Eine Zwischenzeit, die auch in der Mistel verkörpert ist. Sie kennt keine Polarität. Die Mistel, die an der Eiche hing konnte alles heilen. Sie stärkte alle Lebenskräfte. Sie wurden auch roh gegessen, und öffneten das Tor zur Anderswelt. Mistelernte: Samhain: 6. Tag nach Vollmond Tagundnachtgleiche im März Vorabend zu Johanni. Geerntet wurden die Misteln mit einer goldenen Sichel. (siehe auch: Plinius, „Historia Naturalis, Buch XVI). Die Sichel ist klein, das Mistelholz hart. Es ist anzunehmen, das sehr vorsichtig geerntet wurde, ein Gutteil der Mistel blieb am Baum. Vielleicht auch ein Sinnbild: Gold – Sonne, Sichel – Mond, Vermählung von Licht und Dunkel. Durfte sie deshalb nicht berührt werden?

Mistel heute: In unseren Breiten entdecken wir Mistelbüsche in den verschiedensten Bäumen. In Eiche Tanne Kiefer Linde Weide Birke Apfelbaum Ahorn Überall strahlt sie im gebündelten Licht, das in dieser Pflanze auch als höchste kosmische Schöpferkraft von Hildegad von Bingen besungen wurde.

In der Mistel finden wir ein Fülle von biochemischen Reaktionen, mit der Erzeugung hochwirksamer Substanzen, heilsamen Stoffen und Impulsen. Sie speichert Heilenergie als besonders hohe Schwingung. Sie lässt sich von Mond- und Sternenhelligkeit ebenso durchdringen wie von Sonnenlicht.

Lichtraumnutzung: Unter den Nordlandpflanzen ist sie die Einzige mit weißen Beeren. Und führt keinen Kampf um die Erhaltung ihrer Art. Sie wirft im Winter die Beeren in den Schnee und diese werden zur Versuchung für die Vögel. Der Mistelsame überlebt den Durchgang durch die Mägen der Vögel und bei 22 Grad und der erforderlichen Lichtintensität bilden sich durch den Schleim in den Beeren Embryonen aus. Aus Naturbeobachtungen weiß man, dass Drosseln Stare und Seidenschwänze, Meisen und Baumläufer die Mistelbeeren geschmackvoll finden. Ebenso der Steinmarder. Sie ist ein Halbschmarotzer mit einer ungeheuren Durchsetzungskraft.

Heilwirkungen heute: 1917 ließ Ita Wegmann nach Angaben Rudolf Steiners ein Arzneimittel herstellen. „Iscar“, heute „Iscador“, das älteste Mistelpräparat. Das Hauptanwendungsgebiet der Misteltherapie ist die Krebsbehandlung. Die Wirkweise vielschichtig. Immunmodulation, Zytotoxizität, DNA – stabilisierend. Sie kann das Krebswachstum hemmen, ohne im Umfeld Schaden anzurichten. Sie ist eine Allesheilerin. Heute noch wird die Pflanze zur Weihnachtszeit über dem Türrahmen aufgehängt – zur Abwehr böser Geister – als Einladung ans Glück. Im Winter ist sie ein Sinnbild für neues Leben, eine Metapher für die Wiedergeburt und den Neubeginn zur Zeit der Wintersonnenwende.

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