
Strohblumen – Immortelle zwischen Licht,
Erinnerung und Unvergänglichkeit
Helichrysum und die Farben des Sommers
Die Strohblumen, botanisch Helichrysum, auch Immortelle oder Strohröschen genannt, gehören zu jenen Pflanzen, die selbst nach dem Trocknen ihre Farben bewahren. Ihre Blüten wirken wie kleine Sonnen aus Papier – leicht, warm und voller Licht. Zwischen Hochsommer und Herbst bringen sie goldene, orangefarbene, rosafarbene oder cremeweiße Blüten in den Garten und erinnern an mediterrane Landschaften, Trockenheit und Wärme.
Von den Helichrysum-Arten sind etwa 500 verschiedene Pflanzen bekannt. Viele von ihnen lieben trockene Böden, Sonne und offene Gartenräume.

Sonnenpflanzen für trockene und warme Gartenbereiche
Strohblumen-Samen können ab März an einem geschützten Ort ausgesät werden. Ab Anfang Mai dürfen die jungen Pflanzen ins Freie gesetzt werden. Für gesundes Wachstum brauchen sie Wärme, Sonne und eine durchlässige Erde. Staunässe mögen sie nicht.
Im Heilgarten von „Licht aus der Jurte – Shamanic Centre Vienna“ wachsen die Blumen des Lichts in der Heilerde des eigenen Komposts neben Lavendel, Rosmarin, Bohnenkraut und anderen sonnenliebenden Pflanzen.
Ihre Blütezeit reicht von Juli bis Ende September. In dieser Zeit summen Bienen und Insekten zwischen den farbintensiven Blüten des Heilgartens.
Wenn die Blüten ihre Farben bewahren
Regina Hruska beschreibt das Trocknen der Ritualblume so: „Wir schneiden die Strohblumen bei Sonne, wenn sie voll aufgeblüht sind.“
Die getrockneten Blüten werden gemeinsam mit Schafgarbe, Distel, Rose, Roggen, Weizen, Eukalyptus, Hafer und Hortensie verarbeitet. Auch in den Wintermonaten behalten die Strohblumen ihre Leuchtkraft und erinnern an die Wärme des Sommers.

Strohblumen zwischen Heilgarten und schamanischen Ritualen
Die Helichrysum-Wirkung ist seit Jahrhunderten bekannt.
Schamanin und Schamanen schmücken mit den Ahnenblumen das Schamanenzentrum Wien und verwenden sie in schamanischen Ritualen und Zeremonien.
Die Immortelle gilt als Symbol für Beständigkeit, Licht und Unvergänglichkeit. Ihre Blüten werden als Opfergaben verwendet und begleiten besonders Winterrituale und Übergänge.
Auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Seminare und Menschen, die schamanische Beratung in Anspruch nehmen, begegnen im Heilgarten der stillen Kraft dieser besonderen Pflanze.
Strohblumen – zwischen Volksglaube und alten Frauenritualen
Das Brauchtum rund um die Strohblumen reicht viele Jahrhunderte zurück.
Die sogenannten Bettstrohblumen wurden Gebärenden gemeinsam mit Heilpflanzen wie Frauenmantel, Beifuß, Gundermann, Labkraut, Eisenkraut, Dost, Engelwurz und Kamille ins Bettstroh gelegt.
Die Pflanze galt als schützend, stärkend und lichtbringend.

Immortelle und Strohblumen in der Kräutermedizin
Bereits Dioskurides, Arzt und Pharmakologe der Antike, beschrieb die Strohblumen als Heilpflanze.
Traditionell galten sie als gallentreibendes Mittel und wurden ähnlich verwendet wie Alant, Mariendistel, Rosmarin, Zitronenmelisse, Wegwarte, Sanddorn und Winterlinde.
In den Bergen Österreichs wurden bei Gallenleiden Heilpflanzentees aus Berberitze, Wacholder, Gundermann und Brennnessel zubereitet. Für den Immortelle Tee verwendete man Efeublätter, Johanniskraut in Wein und Zitronenmelissengeist. Gesüßt wurde mit Honig aus eigener Imkerei.
Auch Rauchrituale mit den getrockneten Blüten waren bekannt.
Trockenblumen und Pflanzen des Lichts
Zu den traditionellen Trocken- und Ritualpflanzen zählen neben Strohblumen auch Mondviole, Wilde Karde, Lampionblume, Lavendel, Schleierkraut und Zittergras.
Viele dieser Pflanzen bewahren ihre Form und Farben über lange Zeit und begleiten seit Jahrhunderten Brauchtum, Winterrituale und Heilgärten.
Die Strohblumen erinnern uns mit ihren leuchtenden Farben daran, dass manche Pflanzen selbst im Vergehen noch Licht bewahren.
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