Wacholder

JUNIPERUS COMMUNIS

Familie: Zypressengewächse, Cupressaceae

Er wächst in Moor- und Heidelandschaften oder auf kargen Bergwiesen. Er hat 2 typische Wuchsformen: Eine Senkrechte, die Sonnenlinie und eine Waagrechte, die Planetenlinie. Der wehrhafte Mars- und Schutzstrauch, mit seinen zahlreichen Namen wie Reckholder, Weckholder, Quickholder, Krammelstrauch, Kranawittstrauch, steht gerne alleine.

In unserer nordischen Mythologie war sein mittelhochdeutscher Name „Wehalter“ und er genoss schon bei den Germanen Ansehen. Dort wo er wächst ist, wie bei alle immergrünen Bäumen, der Bereich wo der Kontakt mit Ahnen einfacher möglich ist und dort beginnt auch ein heiliger Raum, der Schamaninnen und Schamanen als Naturtempel bis heute dient. Im Christentum ruhte nach der Bibelübersetzung von Martin Luther der Prophet Elias unter einem Wacholder (Hebräisch: „rothem“). Das Holz wurde als Amulett geschnitzt und bot Mensch und Tier Schutz vor Anfechtungen und schlechten Einflüssen. 

In „Licht aus der Jurte Shamnic Centre Vienna“ zählt er zu den angesehenen Heil- und Räucherstoffen. Es verwenden ihn nicht nur Schamaninnen und Schamanen des „Global Shamanic Centre“, er wird generell in Seminare (n), bei Termine (n) und bei Einzelberatung im Seminarzentrum verwendet, nach dem alten Spruch: „Eiche nlaub und Kranewitt, dass mag der Teufel nit“.

Er gilt bis in unsere Zeit als die Verkörperung der Erdmutter „Frau Kranewitt“. Diese verdeckt die Eingänge zu den Behausungen wohlwollender, schützender Zwerge und Wichtel, die den Menschen in Not helfen. Er verzaubert die Plätze wo er wächst, wehrt Schaden ab und manche Menschen behaupten, er hilft sensitiven Menschen sich abzugrenzen, das Rechte zu tun und stellt die notwendige Energie dafür zur Verfügung. Regina Hruska richtet sich nach der Volksweisheit: „Von Hollerstaud’n und Kranawitt’n rück i mein Huat und noag bis halbe Mitt’n“.

Heilwirkung: Er wirkt entgiftend, harntreibend, entschlackend, herzstärkend, desinfizierend, bei Leberleiden, rheumatischen Erkrankungen, regt die Nierentätigkeit an, bei Ängsten, bei Magenproblemen ( auch bei Helicobakter pylorii), bei Husten. Stärkt die vitale Energie.

Beeren: Sie brauchen zur Reifung 2 Jahre und untersützen bei Völlegefühl, Aufstoßen, Sodbrennen und wirken heilsam auf die Verdauungsorgane. Beerenkur: nach Pfarrer Kneipp (1821-1897) Einnahme von gut gekauten Beeren: 1 Tag 5 Beeren, 2. Tag 6 Beeren, 7. Tag 8 Beeren… bis zu 15 Beeren am Tag. Dann beginnt die Einnahme rückwärts, bis sie bei 5 Beeren angelangt sind und die Kur erfolgreich abgeschlossen haben. Oder: Frühmorgens auf nüchternen Magen 3 Beeren gut zerkauen. Das hilft bei schwacher Verdauung. Heilkräuter für die Verdauung gibt es zahlreiche. In diesem Rahmen seien einige dieser Kräuter genannt: Wurzel vom Enzian Andorn Berberitze Tausendgüldenkraut Wermut Rhabarber Eisenkraut Aloe Lobelie Römische Kamille Minze Mohn Malve Käsepappel

Tee: 1 TL zerdrückte Beeren mit 1/4 Liter heißem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen. Tee: wasserziehend, entgiftend: 10g Wacholderbeeren, 10 g. Liebstöckl 10 g Hauhechel, 10 g Süßholz. Mischen und 2 TL mit 1/4 Liter heißem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen. Auch als Waschwasser bei Hautausschlägen. Wacholderöl (Oleum juniperi): Das Öl hat eine starke antibiotische Wirkung, ist magenstärkend, blutreinigend, desinfizierend. Einreibung bei Rheuma und Gelenkschmerzen, Inhalation bei Bronchitis, hilft bei Gelbsucht, Gallensteinen, Zipperlein, Verstopfung. Wacholdertinktur: (Wacholder Spiritus): Bei Husten, Magenproblemen, Blähungen, Sodbrennen, Rheuma: 100 g Beeren zerdrücken und in 500g Alkohol (oder 50 : 50 Wasser – Alkohol Gemisch) einlegen. Verschließen und an einen warmen Ort stellen. Öfter aufschütteln. Abseihen und in Flaschen füllen. Äußerlich zur Einreibung verwenden oder innerlich: 3 X 20 Tropfen auf 1 Stück Rohrzucker.

Wacholdermus, eine alte Rezeptur: Auf 1 Liter Beeren nimmt man 4 Liter Wasser und kocht darin die Beeren weich. Das Mus ausdrücken und  mit Rohrzucker oder Honig bis zur Eindickung aufkochen. Schmeckt auch am Butterbrot gut. Wacholderwein: Beeren in Wein aufgekocht und getrunken reinigt die Blase. Bad: Eine Abkochung von Wacholderbeeren, Nadeln der Tanne und Blüten vom Hollunder ins Badewasser geben. Dieses Bad stärkt die Lebensgeister. Küche: starke antiseptische Wirkung. Heute noch nützt man den Rauch um Fleisch zu selchen, Wacholder ist eine Zugabe bei Sauerkraut und anderen Speisen. Cave ! Nicht bei Schwangerschaft und Niereninsuffizienz!

Das Wacholderharz, Resina Juniper oder Sandaraca germanica, diente und dient zum Ausräuchern von Kranken- und Sterbezimmern. In Zeiten der Pest betraten die Menschen die Pesthäuser nur, wenn sie in Wacholderrauch gehüllt waren und 1918, während der Grippeepidemie, räucherten die Menschen vermehrt mit Wacholder.

Der Rauch von Holz ist fein und fest zugleich, Nadeln und Beeren werden bei Heilungen eingesetzt, auch um Mensch und Tier zu schützen. Tibetische Heiler und Schamaninnen und Schamaen des Ostens räuchern wie wir in „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ bei ihren Heilungen und schamanischen Reisen mit dem Kraut, ebenso wie indianische Schamanen. Wacholderrauch kräftigt das Bewusstsein! Im griechischen Mythos ein magischer Räucherstoff, Medea übte ihre Zauberkünste im Wacholderrauch. Die Medeasage wurde in der Literatur, von Grillparzer und in Opern  bearbeitet. Sie versetzte mit einem Wocholderzweig, den sie in ihren Zaubertrank tauchte, einen Drachen in tiefen Schlaf (Apollonius IV). Bei Vergil, Aeneis VII 13, finden wir beschrieben, wie Circe, die Heilerin, Zauberin, die Erbarmungslose heiliges Räucherwerk nahm. In der Antike wurden kleine Tempel aus Wacholderholz gebaut, um magische Rituale durchzuführen. Juniperus oxycedrus soll Apollon geweiht gewesen sein. Räucherung: 3 EL Harz vom Weihrauchbaum 2 EL vom Harz der Myrthe 1EL Opoponax (süße Myrrhe), 1/2 EL Stinkasant, 6 EL Wacholder. Fein zermalen und nach dem Räuchern lüften! Räucherung: 1EL Wacholdernadeln, 2-3 EL Wacholderbeeren, 2 TL Harz von der Kiefer 1 EL Samen vom Engelwurz 1 EL Dost 10 EL Beifuss Mischen, fein zerstoßen und nach dem Räuchern lüften! „Vorm Hollunder zieht der Bauer den Hut, vorm Wacholder geht er in die Knie“.

 

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