
Der Weiße Germer, auch Weißer Nieswurz genannt, ist wie der Schwarze Nieswurz eine mächtige Heil- und Giftpflanze. Der weiße Germer liebt Almen, Bergwiesen und Moorwiesen. Der Weiße Germer zählt zu den typischen Pflanzen feuchter Berglandschaften und alpiner Wiesen.
Im Heilgarten von „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ wächst er seit vielen Jahren in der Nähe von Zypresse und Eibe.
Zu seiner Familie gehören Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Salomonsiegel, Aloe Vera, Kaiserkrone, Lilien, Palmlilie, Meerzwiebel, Bärlauch und Knoblauch.
Zehn Jahre speichert die knollige, kräftige Wurzel ihre „Schätze“, bevor sie erstmals blüht.
Bei Sonnenschein verströmt die Pflanze einen betäubenden Duft. Die hohen Blütenstände des Weißen Germers erscheinen grünlich-weiß und wirken besonders auf Bergwiesen eindrucksvoll.
Weißer Germer Bekämpfung und feuchte Berglandschaften
Von Bauern wird die Pflanze nicht geschätzt, sie ist für Rinder und Schafe schädlich ist.
Sie laugt den Boden aus.
Insekten und Bienen lieben ihre Blüten.
Wir müssen jedem Bauern dankbar sein, der seine Feuchtwiesen erhält, keine Drainagen baut und keine Trockenlegung zulässt.

Weiße Nieswurz zwischen antiker Heilkunst und alten Ritualen
Nach Theophrastos von Eresos (390 – 287 v. Chr.) waren die weiße Nießwurz (Veratrum album) und die schwarze Nießwurz (Helleborus niger) die wichtigste aller Heilpflanzen.
Wurzelrituale und die Pflanze der Götter
Wurzelgräber haben sich ihr mit genau festgelegten Ritualen genähert.
Der Brechwurz wurde als die „Pflanze der Götter“ bezeichnet.
Aus der Wurzel wurde Niespulver hergestellt.
Das ständige Niesen sollte die Krankheitsdämonen aus dem Körper vertreiben.
Plinius der Ältere (24 – 79 n. Chr.) berichtet in der „Naturalis historia“, dass die weiße Nießwurz viel intensiver wirke als der schwarze Nießwurz. Neben dem Gebrauch als Schnupfpulver wurde das Pulver für energetische Reinigungen in Wohnräumen ausgestreut.

Weißer Germer in nordischer Mythologie und alten Sagenwelten
Bei den Galliern (Plinius XXV, 25, 61) wurde das Gift der Wurzel als Pfeilgift verwendet.
Es wird angenommen, dass die Pflanze bei den Germanen unter dem Namen „germar“ mythologisch verwendet wurde.
Möglicherweise war sie neben Efeu und Lorbeer Bestandteil des Kessels der Ceridwen, der Mutter des größten Dichters und Barden Taliesin.
Auch wurde die Wurzel als Sitz der Alben, der Licht- und Schwarzalben betrachtet.
Manche schamanische Rituale verwendeten die Wurzel der Pflanze als Räucherzutat.
Weißer Germer räuchern Wirkung und
düstere Räuchertraditionen
Die Verwendung als Räucherwerk hat sich bis in unsere Tage erhalten.
Finden Termine, Seminare oder schamanische Beratungen statt, bei denen der Rauch dieser tödlich giftigen Pflanze notwendig erscheint, verwendet Regina Hruska die Pflanze als Räucherwerk.
Der Rauch sollte den Kontakt von Mensch und Dämon lockern.
Im Mittelalter war die Wurzel wahrscheinlich ein Bestandteil der Hexensalben und ein Heilmittel gegen die Cholera, Wassersucht und Fallsucht.
Hieronymus Bock (um 1550), Botaniker und Arzt, warnte vor der Pflanze.

Weißer Germer Giftpflanze und gefährliche Inhaltsstoffe
Die Pflanze ist stark giftig. Zu den Inhaltsstoffe der Wurzel zählen unter anderem Alkaloide, Protoveratrin, Germerin, Jervin, Veratridin.
Der Genuss der Wurzel führt zur Atemlähmung und Herzstillstand!
In homöopathischen Dosen wird er als heilsames Psychotherapeutikum verwendet.
Veratrum album wird auch bei Fieber, Asthma, Koliken, Neuralgien, Melancholie verordnet.
Im antiken Griechenland galt der Brechwurz als hilfreich bei psychischen und geistigen Störungen wie Wahnsinn, Schwindel, Epilepsie, Schwermut und Besessenheit.
Hildegard von Bingen hat ein ähnliches Verschreibverhalten gezeigt.
Traditionell galten bei diesen Störungen Brennnessel, Schafgarbe und Zinnkraut. Traditionell galten als nervenentspannende Heilpflanzen Baldrian, Herzgespann, Hopfen, Kamille, Johanniskraut, Kuhschelle, Blüten der Linde, Mistel, Mohn, Rosmarin, Schneeball, Minzen, Lavendel, Salbei, Mohn, Blüten vom Weißdorn und Schöllkraut als nervenentspannende Heilpflanzen.
Paracelsus (1493 – 1541) verwendete den weißen Germer bei Aggressionen und Wahnvorstellungen von Jugendlichen, den schwarzen Nieswurz bei Irresein in der zweiten Lebenshälfte.
Salben aus der Wurzel des Wiußen Germers wurden traditionell bei Hautausschlägen verwendet.
Warnhinweis zur Giftpflanze
VORSICHT: Der Weiße Germer ist stark giftig – Atem- und Kreislauflähmung möglich.
Keine Selbstmedikation. Konsultieren Sie Ihren Arzt!
Giftpflanzen und alte Ritualpflanzen
Zu den traditionsreichen Gift- und Ritualpflanzen zählen neben Weißem Germer auch Sumpfporst, Tollkraut, Bittersüßer Nachtschatten und Schwarzer Nieswurz.
Viele dieser Pflanzen spielten in Mythologien, alten Heiltraditionen und schamanischen Ritualen eine bedeutende Rolle.
Selbstversorgung und Schutz naturnaher Berglandschaften
Feuchtwiesen, Moore und Berglandschaften gehören zu den wertvollsten Lebensräumen vieler Wildpflanzen.
Der Schutz naturnaher Landschaften hilft dabei, seltene Pflanzenarten und alte ökologische Gleichgewichte zu bewahren.
Der Weiße Germer erinnert mit seiner düsteren Ausstrahlung an die gefährliche und zugleich geheimnisvolle Kraft alter Ritual- und Giftpflanzen.
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