
Augentrost – Wirkung, Anwendung und
Bedeutung der Heilpflanze
Botanische Merkmale der Pflanze
Augentrost ist eine einjährige Heilpflanze. Sie wächst auf Wiesen und an Waldplätzen.
Die Blütezeit reicht von Mai bis in den Herbst.
Typisch sind die weiß-bläulichen Blüten. Die Oberlippe zeigt sechs violette Linien, die Unterlippe neun feine Streifen sowie einen gelben Saftmalfleck. Die gegenständigen Blätter sind klein und zart.
Augentrost Arten und Verwandtschaft
Vom der Wiesenpflanze gibt es zahlreiche Unterarten und Formen.
Insgesamt sind bis zu 450 Arten bekannt.
Zu den verwandten Pflanzen zählen Gamander und Ehrenpreis. Charakteristisch ist die dunkle Zeichnung an der Blütenunterseite. Sie erinnert an eine Pupille und gilt als sogenannte „Signatur des Auges“.

Augentrost als Heilpflanze
Augentrost wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt.
Besonders bei Beschwerden der Augen und Schleimhäute kommt er zur Anwendung.
Im Heilgarten von „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ wächst die Pflanze auf einer Wiese. Ihr Anblick vermittelt Ruhe und Freude. Davon profitieren Teilnehmer der Seminare und Termine gleichermaßen.
Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Fliegen und Nachtfalter. Wie andere Sommerwurzgewächse ist Augentrost teilweise auf andere Pflanzen angewiesen.
Historische Namen und Symbolik
Früher trug Euphrasia viele Namen. Man nannte ihn Weidedieb, Wiesenwolf, Milchdieb oder Donnerkräutchen.
Bauern glaubten, die Pflanze entziehe den Gräsern wichtige Mineralsalze. Dadurch, so die Überlieferung, verringere sich der Ertrag.
Hirten nannten ihn deshalb „Milchdieb“. In manchen Regionen hieß es sogar, dort wo er gepflückt werde, schlage der Blitz ein.
In der Antike findet sich keine Erwähnung. Erst 1485 erscheint Augentrost im „Liber de arte distillandi“. Die bekannte Heilwirkung beschreibt Mattioli 1586 in seinem „Kreuterbuch“.

Wirkung und Inhaltsstoffe
Für Heilzwecke sammelt man die oberirdischen Pflanzenteile. Nach dem Trocknen enthalten sie Glykoside, Gerbstoffe, Harze und ätherische Öle.
Augentrost wirkt besonders wohltuend auf Schleimhäute. Deshalb nutzt man ihn bei Reizungen, Entzündungen und Katarrh.
Tee und innerliche Anwendung
Tee hilft bei Schnupfen und Nebenhöhlenentzündung. Zudem kann er Schleimhäute beruhigen.
Oft kombiniert man ihn mit Goldrute oder Holunder.
Auch bei leichten Kopfschmerzen findet er Anwendung.
In den Bergen Österreichs trank man den Tee traditionell mit Honig gesüßt.
Besonders auch bei Magenbeschwerden galt er als hilfreich.
Anwendung bei Augenbeschwerden
Nach dem Grundsatz „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“ setzte man Augentrost bei Augenkrankheiten ein.
Er wurde bei Bindehautentzündung und entzündeten Augenlidern verwendet.
Auch bei gereizten Augen kam er zum Einsatz.
Anwendung bei Augenbeschwerden
Für ein Augenbad übergießt man einen Esslöffel Kraut mit einem halben Liter kochendem Wasser.
Nach dem Abkühlen eignet sich der Tee für Umschläge oder Kompressen.
Historische Tropfenrezeptur
Früher stellte man auch Tropfen her. Sie enthielten Augentrost, Rosenwasser, Aloe Vera und Bleizucker.
Heute verwendet man solche Mischungen nicht mehr, da Bleizucker gesundheitsschädlich ist.

Trocknung und Vorratshaltung
Bäuerin, Wenderin und Schamanin hatten stets einen Vorrat bereit.
Dazu gehörten unter anderem:
Holunder, Ehrenpreis, Eicheln, Kürbiskerne, Primel, Linde, Kamille, Schafgarbe, Johanniskraut, Tausendgüldenkraut, Heidelbeere, Himbeere, Löwenzahn, Klee, Immergrün, Spitzwegerich, Breitwegerich, Rosskastanie, Kalmus, Alant, Eibisch, Mistel, Weißdorn, Schöllkraut, Kornblume, Wundklee und Salbei.


