Heidelbeere

Die Heidelbeere wächst auf Waldböden
Vaccinium myrtillus, Familie, Heidekrautgewächse, Ericaceae

Heidelbeere – wilde Waldfrucht zwischen
Heilkraft und Tradition

Die Heidelbeere zeichnet sich in ihrer Unterfamilie, den Bärentraubenartigen, Arbutoideae durch einen holzigen Stamm und einfache Blätter aus.
Die Heidelbeeren wachsen als kleine Sträucher und überziehen an feuchten, humusreichen, moorigen, leicht beschatteten Böden ganze Waldstücke.
Die kleinen Sträucher können bis zu 30 Jahre alt werden und sind ziemlich robust. Heidelbeeren schaffen sich einen kieselreichen Boden, den sie mit einem weit verzweigten Wurzelsystem bevölkern.

Symbiose mit Pilzen und Bodenleben

Die Wildbeeren gehen gerne eine Symbiose mit Pilzen ein.
Diese fördern die Aufnahme von Nährstoffen und schützen vor Giften. Im Gegenzug gibt die Schwarzbeere den Pilzen Kohlehydrate, die sie selber nicht bilden können.

Feuchtgebiete und ihre Veränderung

In feuchten Nadelwäldern findet sich die Sumpfheidelbeere, Vaccinium uliginosum.
Sie wächst massenhaft auf moorigen Böden, vom Meeresstrand bis zur Schneegrenze der Alpen.
Heidelbeeren sind Nektarpflanzen für Insekten und Bienen und Wildbienen.

Heidelbeere hat ähnliche Blüten wie Schneeglöckchen

Stimmen aus dem Heilgarten

Regina Hruska: „Leider gehen die lebensspendenden Feuchtgebiete in großem Ausmaß zurück und in den Wäldern wo die Heidelbeeren wachsen wird es immer trockener, viele Bäume sterben langsam dahin.
Die Netze des Lebens rufen uns in diesen Zeiten,
sie rufen auch die Menschen, die Termine und schamanische Beratung in
„Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“
in Anspruch nehmen.

Heidelbeere – Färbekraft

Die Früchte enthalten einen violetten Farbstoff und dienten als ein beliebtes Färbemittel für Stoffe und Wolle wie die Färberhülse
Dieses Färbemittel ist nicht nur unschädlich, sondern wegen seiner Gerbstoffe auch vielfach wohltuend.
Das Färben mit dem Saft der Heidelbeere diente als Ersatz für Indigo.
Dazu gibt es schriftliche Belege aus dem 15. Jahrhundert.
Schreiber und Maler benutzten den Saft und auch Gerber benutzen ihn zur Herstellung von Leder.
In Irland dienten die Blätter der Heidelbeere zum Grünfärben.
Getrocknete Beeren dienten auch zum Färben von Weißwein.
Es gab einen florierenden Handel mit Frankreich.
Heute werden Joghurt, Eis und manche Desserts damit eingefärbt.

Heidelbeere Mythologie und Überlieferung

Plinius der Ältere, 1. Jahrhundert berichtet, dass Heidelbeeren für den Vogelfang gezüchtet wurden.
Schamanische Ahnen nahmen als Opfergabe die Beeren. Schamanische Rituale ebenso.
Sie opferten die Beeren auf Steinen, einerseits als Schutz vor Dämonen, andererseits auch für das sichere Heimbringen der Ernte.

Heidelbeeren gelten heute als Superfood.
Doch schon bei Ötzi, 3 300 v.u.Z. fand man Pollen von Heidelbeeren und Funde aus der Steinzeit zeugen vom Nutzen der gesamten Pflanze.

Heidelbeeren sammeln zwischen Tradition und Gegenwart

Einkommensschwache Bevölkerungsschichten haben all die Jahrhunderte lang die Schwarzbeeren gepflückt.  Für sich selbst und als kleines Zusatzeinkommen.
Heute ist es im Gegensatz zu den Ländern des Ostens kaum noch erlaubt in den Wäldern Österreichs Beeren zu pflücken oder die Menschen finden keine Zeit mehr dafür.
Oder die gezüchteten Beeren, die Blaubeeren aus dem Supermarkt haben die Waldheidelbeeren ersetzt.

Heidelbeere in Gesellschaft vom Farn

Schamanisches Wissen und Naturbezug

Bei den Seminare n der schamanischen Ausbildung in
„Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ und der „Shamanic Clinic Europe“ in den Bergen Österreichs,
gibt es immer wieder Zeiten in denen wir die Schätze des Waldes sammeln.
Dabei kommt es vor, dass einzelne Beeren der Waldbeere auf den Boden fallen.
So wie im vergangenen Ahnenkult in dem das Schamanen Wissen festgehalten ist, sehen wir dies als eine Gabe an Mutter Erde und ihre dreifache Göttin.

Spirituelle Bedeutung der Waldfrucht

In der christlichen Tradition übernimmt Maria die Stellung der großen Muttergöttin.
Von Schamanin und Schamanen aus Nordamerika wissen wir, dass sie die Heidelbeeren als eine Gabe des Großen Geistes sehen.

Heidelbeeren wachsen oft an Höhleneingängen in denen Elementarwesen die Zwerge sich zurückgezogen haben. Es war auch bei uns bei üblich, bei einem schamanischen Ritual einige Beeren vor diese unterirdischen Eingänge zu legen. Als Geschenk an die kleinen Gesellen.

Rituale und überliefertes Wissen

Sind Schamanin und Schamanen zum ersten Mal dabei, wenn wir in den Bergen Österreichs Heidelbeeren sammeln, dann werden ihnen wie in Vorzeiten 3 Kreuze mit dem Heidelbeeren Saft auf die Stirne gemalt.
Rituell bedeutet dies Schutz vor negativen Mächten und den Segen der Ahnenkraft
Unsere alten Kulturen erwarteten sich das Erscheinen der Götter von Osten her, der Ort der Heilung
und des Neubeginns.
Deshalb näherten sie sich den Beeren von Westen her, mit dem Blick nach Osten.
Wir sammeln die Waldheidelbeeren mit unseren Händen.

Heidelbeere Blaubeere

Gezüchtet Beeren sind seit 1990 am Markt.
Mittlerweile gibt es viele Sorten, doch sind sie nicht so gesund wie jene aus dem Wald.

Die Heidelbeere ist eine Heilpflanze
Heidelbeere im Wald

Heilwirkung und überliefertes Pflanzenwissen

Hildegard von Bingen empfahl im 12. Jahrhundert getrocknete Heidelbeeren zur Wundheilung.
Der Botaniker und Heilwissende Hieronymus Bock erwähnt sie in seinem „Kreütter Buch“ mehrmals bei Entzündungen im Mund, Magen, bei Gallen- Blasen- und Nierensteinen.

Sieht man sich die lange Liste der Heilerinnen und Heiler an, dann wird die Heidelbeere in beinahe allen Schriften als sehr heilwirksam empfohlen.

Heidelbeere Blätter, Inhaltsstoffe und Anwendungen

Die Blätter der Pflanze haben einen hohen Gerbstoffgehalt und wurden vor der Entdeckung des Insulins als pflanzliches Heilmittel gegeben.
Bäuerinnen und Bauern gaben die Blätter den Hühnern für ihre Gesundheit und für eine längere Haltbarkeit der Eier.
Die biologische Landwirtschaft und die solidarische Landwirtschaft verwendet die gepressten Blätter bis heute als Tierfutter.

Heidelbeere – Traditionelle Rezepte und Anwendungen

Der Tee aus ihren Blättern (die den Zucker bilden) ist zur unterstützenden Behandlung bei Zuckerkrankheiten in Gebrauch.
In der Steiermark wurde Diabetes mit einem Tee von getrockneten Hüllen der Bohnen – Schoten
und den Blättern der Heidelbeere behandelt.
Dazu wurden die Hüllen der Schoten gemeinsam mit dem Laub der Schwarzbeere 2 Tage in 1 Liter Wasser eingeweicht, erwärmt und 3 Mal täglich getrunken.

Heidelbeere – Wirkung auf Körper und Gesundheit

Bei entzündungsbedingten Erkrankungen wie Arthritis, Arteriosklerose, Thrombosen, Krampfadern, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Krebs, Blasenleiden, Durchfall, bei Erkrankungen der Augen und des Herzens.
Die Liste über die Heilwirkungen der Beeren und Blätter ließe sich noch lange fortsetzen.
Es liegt also sehr nahe, Heidelbeeren zu sich zu nehmen.

Die Heidelbeere wächst am Heidelbeerstrauch
Heidelbeere Früchte blau

Heidelbeersirup

Dazu schichtet man die Beeren lageweise mit Honig auf, lässt das Glas 3 Wochen in der Sonne stehen.
Dieser Sirup wird bei Magenleiden und bei Verstopfung gegeben.
Im 12. Jahrhundert wird er von Hildegard von Bingen in der „Physica“ erwähnt.

Heidelbeermarmelade:

1 kg Heidelbeeren, 500 g Gelierzucker, Saft von 1 Zitrone. Einkochen wie Marmelade.
Sie können die frischen Heidelbeeren sehr vielen Gerichten beigeben, sie einfrieren oder sie frisch essen.

Heidelbeere in der Selbstversorgung

Die Heidelbeere ist eine wertvolle Pflanze für die Selbstversorgung, da sie reich an Inhaltsstoffen ist und vielseitig verwendet werden kann.
Sie kann frisch gegessen, getrocknet, eingekocht oder als Tee genutzt werden und bereichert damit Ernährung und Hausapotheke gleichermaßen.
Das Sammeln der Waldbeeren stärkt zudem die Verbindung zur Natur und fördert ein bewusstes Wahrnehmen der natürlichen Lebensräume.

Die Heidelbeere zeigt uns, wie eng Ernährung, Heilpflanzenwissen und Naturverbundenheit miteinander verwoben sind und dass selbst kleine Früchte eine große Bedeutung für Gesundheit, Kultur und das Gleichgewicht unserer Lebensräume haben.

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