Spitzwegerich

PLANTAGO LANCEOLATA

Familie: Wegerichgewächse, Plantaginaceae

Auch Hundsrippe Wegetritt, Fünffadenkraut genannt.

Der Wegbeherrscher und Wegbereiter wächst im Heilgarten neben Primel Veilchen Lungenkraut Hirtentäschl Vogelmiere Tausendgüldenkraut Gänseblümchen und wagt sich in die Nähe des Meisterwurz

Die Pflanzen haben einen bitteren, salzigen, zusammenziehenden Geschmack und wirken kräftig auf die Schleimhäute in Lunge, Magen, Harnwege und Gedärme.

Diese germanische Heilpflanze wurde mit all den anderen Arten von Dioskurides (1. Jahrhundert n. Ch.) unter dem Namen „Lammszunge“ festgeschrieben. Er schreibt dem Wegerich austrocknende Kräfte zu und empfiehlt ihn bei Blutfluss, Geschwüren, Geschwülsten, Brandwunden, Bleichsucht… . Empirische Beobachtung durch all die Jahrhunderte bestätigen diese Wirkung. Das gesamte Mittelalter über hielt man sich an diese Verschreibung und nahm 24 Rezepte in Anspruch.

Hildegard von Bingen spricht von der Pflanze als von einem Kraut, das angezauberte Liebe fernhält, Teilnehmer der Seminare haben dies ausprobiert, allerdings mit wenig Erfolg. Sie bevorzugen die Praktiken die sie in der Ausbildung „Spirituelles Heilen – Heilschamanismus“ und in der schamanischen Ausbildung erlernen und trainieren. Doch schätzen alle die große Heilkraft dieser Pflanze.

Seit der Antike war es das Mittel bei Schlangenbissen. Heilkundige der nordamerikanischen Indianer bereiteten aus seiner Wurzel ebenfalls einen Brei, der bei Schlangenbissen aufgelegt wurde.

Schlangen als Krafttiere sind eher selten, obwohl sie das Symbol – Tier der Heiler und Schamanen ist und bei schamanischen Reisen der Schamanin zuflüstert.

Während die Pest in Europa wütete, trugen die Menschen Wegerichwurzeln um den Hals. Die Wurzeln gelten als „Symphatiemittel“, d.h. hat die Pflanze 3 Wurzeln, dann hilft sie gegen das dreitägige Fieber, hat sie vier, dann gegen das viertägige Fieber.

Heilwirkungen: fiebrige Lungen- und Bronchialleiden, Katharre mit Auswurf, Lungen- und Magenverschleimung, Keuchhusten, Bronchialasthma, Appetitlosigkeit, langwierige Durchfälle, Blasenschwäche, Wundmittel bei bösartigen Geschwüren, offenen Füßen… .

Spitzwegerichsaft: bei Husten und innerer Verschleimung: Bei Sonne getrocknete Spitzwegerichblätter entsaften (Mixer), Rohrzucker oder Honig wärmen, nicht kochen!, und den Saft dazugeben (Saft und Honig zu gleichen Teilen), eventuell mehrmals wärmen, bis eine sirupähnliche Konsistenz entsteht.

Bienen des Heilgartens schenken den Honig und die grüne Wiese den Spitzwegerich

Oder: Blätter in einem Mörser zerreiben, Wasser zum Kochen bringen, ohne Abseihen Honig dazugeben.

Oder: 2 Handvoll mixen, zu dem Brei etwas Wasser dazugeben. 250g Honig unter ständigem Rühren erhitzen, Saft dazugeben und nach dem Entstehen eines dickflüssigen Sirups diesen in Gläser füllen.

Spitzwegerichsaft pur: Frische Blätter auspressen (Mixer). Dieser Saft dient bei Frühjahrskuren und wirkt blutreinigend. Man nimmt ihn auch zur Behandlung schlecht heilender Wunden.

Tee: Reizlindernd bei Katharren der oberen Luftwege, Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

2 TL Blätter mit 1/4 Liter heißem Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen. Mit Honig süßen.

Tee: 1 Teil Spitzwegerich, 1 Teil Thymian, mit 1/4 Liter Wasser überbrühen und 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und mit Honig süßen.

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