
Krainer Tollkraut – Giftpflanze zwischen Mythos und Medizin
Das Krainer Tollkraut – Herkunft und botanische Einordnung
Das Krainer Tollkraut (Scopolia carniolica) ist eine seltene, tödlich giftige Nachtschattenpflanze, die botanisch zwischen Tollkirsche und Bilsenkraut angesiedelt ist. Es zählt zu den Waldgebirgspflanzen der Alpen und wächst außerdem im Kaukasus sowie in den Karpaten.
Typisch für die psychoaktive Nachtschattenpflanze sind seine dunkelvioletten bis bläulichen Blüten.
Und auch der insgesamt „nachtschattige“ Eindruck, der auf seinen hohen Gehalt an hochwirksamen
Alkaloiden hinweist.
Glockenbilsenkraut – tödlich giftig
Das Tollkraut wird auch Glockenbilsenkraut genannt. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bereits geringe Mengen können lebensgefährlich sein.
⚠️ Keine Selbstanwendung – akute Vergiftungsgefahr!
Tollkraut als Zauber- und Hexenpflanze
In Rumänien wird das Krainer Tollkraut „Matraguna“ genannt – ein Name, der auch für die Tollkirsche verwendet wird. Aufgrund seiner stark psychoaktiven Wirkung galt es als Zauberkraut, aus dem Tränke bereitet wurden, die Bewusstseinsveränderung, Vergessen oder sogar den Tod herbeiführen konnten.
In den Balkanländern soll die magische Pflanze Bestandteil von Hexensalben gewesen sein. Wer die Matraguna besitzen wollte, musste sich ihr ehrfürchtig nähern, Opfergaben darbringen und sie mit Zaubersprüchen beschwören.
Hexen werden hier als Heilerin und Schamanin vergangener Zeiten verstanden, die den Umgang mit Giftpflanzen genau kannten. Konkrete Rezepturen sind nicht überliefert.
Schamanen aus den ursprünglichen Regionen kennen die Pflanze heute meist nicht mehr.
Auch in modernen schamanischen Kontexten – etwa bei der Schamanismus Ausbildung in
Licht aus der Jurte – Shamanic Centre Vienna – ist sie nicht bekannt und wäre nicht zugänglich.
Krainer Tollkraut in der griechischen Mythologie
Symbolisch wird das mythologischeTrankkraut mit dem „Lethe-Trank“, dem Trank des Vergessens, verbunden. In der griechischen Unterwelt fließen mehrere Flüsse:
Acheron – der Leidensfluss
Phlegeton – der feurige Strom
Eridanus – Grenze zwischen Diesseits und Jenseits
Lethe – der Fluss des Vergessens
Nach mythologischer Vorstellung kann die Seele in der griechischen Unterwelt aus der Lethe trinken, um ihre Erinnerungen an Schuld und Leid zu verlieren und befreit weiterzugehen.
Auch Die Göttliche Komödie von Dante Alighieri beschreibt die Flüsse der Unterwelt eindrucksvoll.

Volksmedizin und heutige Bedeutung
In der Volksmedizin wurde das Krainer Tollkraut (Scopolia carniolica) früher unter anderem bei:
Gicht
Rheuma
Paralysis agitans (Schüttellähmung) eingesetzt.
⚠️ Wichtig: Diese Anwendungen sind historisch – heute wird dringend von jeder Eigenanwendung abgeraten.
In der modernen Schulmedizin spielt die heimische Giftpflanze kaum noch eine Rolle. Es wird jedoch industriell angebaut, um daraus die Wirkstoffe L-Hyoscyamin und Atropin zu gewinnen.
Sichere Alternativen bei rheumatischen Beschwerden
Statt giftiger Pflanzen empfehle ich bei rheumatischen Beschwerden bewährte, ungiftige Heilpflanzen, darunter:
Klee (Bitterklee) · Brennnessel · Engelwurz · Ingwer · Löwenzahn · Schafgarbe · Rinde der Mahonie ·
Senf · Iris · Wacholder · Yamswurzel · Pappel · Römische Kamille · Schöllkraut ·
Ginster ·Blüten vom Lavendel
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