Birke

BETULA PENDULA

Birke wächst in lichten Laubwäldern

Familie Birkengewächse, Betulaceae

Birke Heilwirkung – Lichtbaum, Schamanenbaum und Heilpflanze

Die Birke ist ein uralter Heil- und Schutzbaum sowie ein bedeutender Schamanenbaum.
In vielen schamanischen Traditionen zählt sie zu den Lichtbäumen.
Sie bevorzugt trockene Böden und wächst genügsam an lichten Waldrändern sowie auf blumendurchwirkten Bergwiesen. Oft stehen Birken in kleinen Gruppen zusammen – anmutig rauschend und raunend, wie einst die weisen Frauen in grünen Schleiern.

Birke Standort

Ihre kleinen braunen Samenkörner werden vom Wind getragen. Finden sie nur ein wenig Erde, wurzeln sie an. So begegnen wir der Birke in Heidelandschaften, an steilen Berghängen, auf Ruinen und bis weit in den Norden, wo Eiche und Buche nicht mehr gedeihen.

Birkenrinde Heilwirkung

Die blendend weiße Birkenrinde ist aufgrund ihres hohen Harzgehaltes beinahe unverweslich. Sie schützt den Baum vor Fäulnis und verleiht ihm zugleich sein charakteristisches weißes Festgewand.

Birke im Heilgarten

Birken wachsen im Heilgarten am Eingang zum Schamanenzentrum Wien, gemeinsam mit Eibe, Akazie, Flieder, Jasminbaum, Liguster, Abendländischer Lebensbaum, Weide und Hartriegel.
Kleine Birken wurzeln zudem an Hügel- und Hochbeeten neben Nussbaum, Holunder, Haselstrauch sowie jungen Sprösslingen von Fichte und Stechpalme.

Kraftbaum Birke und Pappel
Kraftbaum Birke – Mythologie und Schamanismus

In der schamanischen Überlieferung gilt die Birke als Kraftbaum, vergleichbar mit der Kiefer.

Regina Hruska beschreibt sie als einen der wesentlichsten Schamanenbäume in nördlichen Traditionen.

Bei schamanischen Ausbildungen und Initiationen ist die Birke eine zentrale Begleiterin und Vermittlerin zwischen den Welten.

Birke Heilwirkung – Inhaltsstoffe und Anwendung

Verwendet werden die jungen Birkenblätter sowie die Birkenrinde.

  • Blätter: Sammlung im Frühjahr

  • Rinde: nur sparsam entnehmen

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Saponine, Bitterstoffe, Glykoside, ätherische Öle und Flavonoide

Wirkung:
harntreibend, stärkend, antiseptisch

Birke Lichtbaum
Birke Lichtbaum wie Eberesche
Birkenblätter Wirkung

Birkenblätter gelten als wirksames Heilmittel bei Blasenentzündungen und unterstützen den Abbau von Wasseransammlungen im Körper. Als Lichtbaum – ähnlich der Eberesche – stärkt die Birke zudem die Lebensenergie.

Birkenblätter Tee

Birkenblättertee wird traditionell eingesetzt bei: Rheuma und Arthritis, Gicht, Nieren- und Blasenbeschwerden.
Früher auch gegen Schweißfüße, Krätze, Wurmmittel.

Birkenrinde als natürliches Schmerzmittel

Die herb-bitter schmeckende Rinde wird äußerlich angewendet, bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Birkenblätter Wirkung auf die Psyche

Nehmen Menschen bewusst Kontakt mit dem Lichtbaum Birke auf, stärkt dies ihre innere Energie. Düstere Gedanken und graue Wolken beginnen sich zu lösen.

Birkensaft Wirkung

Traditionelle Rezeptur aus den Bergen Österreichs:
Im Frühjahr werden Birken auf der Südseite 2–5 cm tief angeritzt.
Der Saft wird mithilfe eines Röhrchens aufgefangen.
Wichtig: Anbohren erst an warmen Märztagen, Baum darf noch nicht austreiben, Bohrlöcher anschließend gut verschließen

Birkensaft Verwendung

Birkensaft gärt leicht und sollte kühl gelagert oder zu Birkenwein verarbeitet werden.
In kleinen Mengen getrunken, galt Birkenwasser als Mittel zur Vertreibung innerer Krankheiten.

Aus Birkenblättern und Brennnesselwurzel wurde zudem traditionell Haarwasser hergestellt.

Birkenblättertee in der Volksheilkunde

Birkenblättertee wurde gegeben bei: Blasen- und Nierenschmerzen, Entwässerung, Prostatabeschwerden (in Mischung mit Weideröschen und Schafgarbe, gesüßt mit Honig)
Birkenblätter legte man bei Rheuma auch direkt ins Bett.

Birkenporling Baumpilz
Birkenporling
Birke im Lebensraum Tiere

In der Tierheilkunde fanden Birken ebenfalls Verwendung: Tee aus Birkenblättern, Petersilie, Salbei und Rhabarberblättern zur Entwässerung bei Rindern.

Birkenbesen im Stall zur Gesunderhaltung der Tiere. Gesottene Birkenblätter zur Kräftigung von Schafen.

Birkenporling – Heilpilz der Birke

Der Birkenporling (auch Birkenschwamm oder Zunderschwamm, Fomes fomentarius) wird bis
heute von Heilerin, Heilern und Schamanen
äußerlich bei Schmerzen angewendet.

Zunderschwamm Wirkung

Entzündungshemmend, wundheilend, antioxidativ, reinigend und entschlackend.
Schon unsere Ahnen schnitten den Schwamm in Streifen und legten ihn auf ihre Wunden.
Enthält starke Antioxidantien und dient unter anderem zur Reinigung und
Entschlackung des Körpers.

Birkenporling in der Archäologie

Ausgekohlte Birkenporlinge, über 10.000 Jahre alt, wurden bei Ausgrabungen der nördlichen Hemisphäre gefunden. Ötzi trug Birkenrinde und Zunderschwamm bei sich.
Birkenteer wurde im Paläolithikum zum Befestigen von Pfeilspitzen, für Fackeln sowie zur Herstellung von Kleidung und Behältnissen genutzt.

Chaga Pilz
Chaga Pilz. Ähnliche Wirkung Rosenwurz und Tragant
Chaga Pilz – Geschenk der Birke

Ein weiterer bedeutender Heilpilz ist der Chaga Pilz (Inonotus obliquus). Er wächst vor allem im Norden Europas und ist eher selten.

Chaga Pilz Wirkung (Darm & Immunsystem)

In Russland, Finnland und Lappland wird Chaga seit Jahrhunderten eingesetzt bei:
Krebserkrankungen, Morbus Crohn, Diabetes, Darmerkrankungen.

In Russland ist der Pilz nach Studien als Krebsmedikament zugelassen und galt bei unseren Ahnen als Pilz des ewigen Lebens

Birke Bedeutung bei den Kelten

In der keltischen Mythologie ist die Birke der Göttin Birgit geweiht, die im Frühjahr das Licht zurückbringt, sowie Frigga, der Gemahlin Wotans.

Birke Brauchtum und Rituale

Die Birke galt über Jahrtausende als Schutzbaum
Wiegen aus Birkenholz sollten Kinder vor negativen Einflüssen schützen

Birkenreisigbesen dienten der rituellen Reinigung von Häusern, Ställen und heiligen Orten
Birkenruten werden bis heute in Schwitzhüttenritualen genutzt
In Russland gehören sie zum traditionellen Dampfbad
Auch die katholische Kirche integrierte Birkenzweige in ihre Rituale

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