Weizen

WEIZEN

Familie Süßgräser, Poaceae

Getreideanbau gehört zu den wichtigsten Kapiteln menschlicher Geschichte. Am Ufer des Euphrat, in Jeff el Ahmar, im heutigen Syrien, wurde bereits vor 11 500 Jahren Getriede angebaut. Gefunden wurden dort Mahlsteine und Knochen von Mäusen, die auf Vorratshaltung hinweisen. Angebaut wurde Wildroggen, Wildgerste, Wildeinkorn, das über Jahrhunderte nicht verändert wurde. Erst vor ungefähr 10 000 Jahren wurde dieses Getreide, gemeinsam mit einigen Hülsenfrüchten, wie Linsen, Erbse und auch der Lein selektiert. Und erst nach weiteren 1500 Jahren wurde flächendeckend angebaut und es kam zu einer Lebensgemeinschaft zwischen Mensch und Getreide.

Regina Hruska „Als die Menschen noch nomadische lebten, war die Urform des Weizens ein Wildgras von geringer Bedeutung. Heute ist Weizen das bedeutendste Getreide auf dem Planeten. Der Weizen half mit, Menschen seßhaft zu machen.“ Zuerst wurden mit körperlicher Schwerstarbeit Felder angelegt, diese umzäunt, bewässertmund bewacht. Der Mensch erlitt durch die schwere körperliche Arbeit gesundheitliche Einbußen, während der Weizen sich rund um den Erdball verbreitete und das Geschäft zu florieren begann. Heute erleben wir riesige Monokulturen, von bis zu zwei Millionen Quadratkilometern. Weltweit wird die Anbaufläche auf 200 Millionen Hektar geschätzt.

Die verschiedenen Arten von Weizen, es werden 2500 verschiedene Sorten gezählt, liefern heute weltweit bis zu 700 Millionen Tonnen Ertrag. Daraus hergestellt wird Mehl, das zu Brot, Backwaren, Nudeln etc. verarbeitet wird. Die neuen Hochleistungssorten, die nie ein Zulassungsverfahren (Novel – Foods) gesehen haben, lösen gemeinsam mit dem stark raffinierten Mehl weltweit immer mehr Allergien und unzählige Krankheitssymptome aus. Zuchtziel bleibt ein immer robusterer, ertragreicherer Weizen, ohne Vitamine, Spurenelemente, Aminosäueren, veränderter Eiweißzusammensetzung, etc. Menschen, die unter dieser Ernährung leiden, sind entweder mit sich selbst beschäftigt, oder schließen sich zu Diät – Bewegungen zusammen und nehmen Produkte zu sich, die hier nicht wachsen. Oder hat jemand hier schon Avocados wachsen sehen?

Kleinbauern, Bio- und Demeterbauern versuchen ohne Pestizide und Pflanzenschutzmittel auszukommen und wie unsere Vorfahren, die Fundamente des Lebens, die Kraft der Böden zu erhalten. Über viele Jahrhunderte lang wussten Bauern durch Naturbeobachtung, wie sie Felder fruchtbar und Tiere leistungsstark machen konnten. Nichts wurde weggeworfen, alles wieder in den Kreislauf der Natur eingearbeitet. Auf keinem Hof fehlte der Misthaufen oder der Kompost Mit jedem Korn von diesen Bauernhöfen, essen wir auch den gesunden Boden, ganze Netzwerke von Lebewesen, das Mikrobiom des Bodens, mit. Wir essen auch die geistige Nahrung dieser Weizenkörner mit, die frei sind vom tödlichen Mantra des stetigen Wachstums.

Mit dem Fortschrittsglauben der letzten Jahrzehnte, mit biotechnologischen, chemischen und technischen Innovationen hat sich das in der Agrarindustrie geändert. Maximalertrag anstelle vom fruchtbaren Boden.

Unser tägliches Brot
Brot steht in unsere Kultur für Tradition, Bodenständigkeit und Ursprünglichkeit. Als Brot noch traditionell gebacken wurde, wurde Hefe über Nacht stehen gelassen, damit wurde der Glutenanteil des Teiges reduziert. Zur Zeit der Groß- und Urgroßmütter gab es einen dreiteiligen Arbeitsvorgang zur Sauerteigherstellung. Hefe war nicht bekannt und sie nutzen den bakteriellen Prozess der Teigfermentierung. Ins Brot kam nur Vollkornmehl, Sauertig oder Hefe, Wasser, Salz.

Die meisten Brothersteller verwenden industriell hergestellte Backmischungen, Zusatzstoffe, nicht deklarierte Enzyme, Konservierungsmittel etc. Schnell muss es gehen, das spart Zeit und Geld. Das baut keine Gluten ab. Alle Veganer sollten sich erkundigen wie Fleischersatzprodukte hergestellt werden. Es sind Gluten in Reinkultur, die früher, ehe sie findige Hersteller als vegan verkauften, den Schweinen verfüttert wurden.

Die Trendwende
Seit einigen Jahren haben sich wieder Bäcker gefunden, die ihr Handwerk in Ehren halten, deren Brot wir essen können und wofür wir alle dankbar sind. Dieses Brot wird auch bei allen unseren Seminare (n), Termine (n) und fallweise bei Einzelberatung angeboten.

 

 

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