Pestwurz

Der Pestwurz wächst auf feuchten Böden
Petasites hybridus, Familie, Korbblütler, Asteraceae

Pestwurz – kraftvolle Wasserpflanze zwischen Gift,
Heilwirkung und Naturkraft

 

Pestwurz – Herkunft, Bedeutung und alte Namen

Der Pestwurz ist in den nördlichen Regionen eine weit verbreitete Giftpflanze, leitet sich von „Petasos“, dem Sonnenhut beziehungsweise dem Flügelhut des Mercur ab. Er hat einen starken Bezug zum Wasser.
Er trägt noch weitere Namen wie zum Beispiel großer Huflattich, Wasserklette, Straußlattich, Neunkraft.

Pestwurz – Standort und Rückgang in der Natur

Er findet sich auf feuchten Wiesen, an Quellen, Bächen, Flüssen und Weihern, auf feuchten Äckern und
in nassen Gräben.
Er erleidet wie andere Wildpflanzen durch Versiegelung, Verbauung, Herbizide, Glyphosat und Klimawandel einen langsamen Tod.
Noch vor einigen Jahrzehnten wuchs er wie Wiesenschaumkraut, Scharbockskraut, Aronstab, Buschwindröschen, Christrose, Schachtelhalm und zahlreiche andere Frühblüher an vielen Orten nahe menschlicher Siedlungen.
Das ist leider kaum noch der Fall, obwohl sich zahlreiche Initiativen bemühen, Wildpflanzen wieder Lebensraum zu geben.
Diese früh blühenden Wildpflanzen sind erste Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten.

Der Pestwurz hat eine giftige Wurzel
Wildpflanze im Feuchtgebiet

Pestwurz – Blätter, Blüten und Wurzelkraft

Die großen Blätter des Pestwurzes erinnern an den Rhabarber.
Die Blätter sind herzförmig, an der Unterseite grau – flaumig.
Die Blüten erscheinen schon im März vor den Blättern.
Ist die Pflanze erwacht, bildet sie einen dicht gedrängten, eiförmigen langen Blütenstrauß.
Die Wurzel kann armdick werden.

Pestwurz – Wurzel und Anwendung im Heilgarten

Die Schamanin und Schamanen in
„Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ und der „Shamanic Clinic Europe“ haben eine dieser fest im Erdreich verankerten Wurzeln für
schamanische Rituale mit Krampen und Schaufeln ausgegraben.
Ist die Wurzel getrocknet, erscheint sie außen grau und runzlig, bleibt innen aber weiß, markig.
Sie hat einen gewürzhaften, bitterlichen Geschmack. 

Pestwurz-Wurzel, Bärlauch wächst daneben

Pestwurz – traditionelle Heilwirkung
und Anwendung

Regina Hruska: „Unsere Ahnen verwendeten die abgekochte Wurzel gegen die Pest. Sie zerquetschten frische Blätter wegen ihrer erweichenden Eigenschaften gegen Pestbeulen und andere bösartige Geschwüre.
Daher der Name Pestwurz.
Die Wurzel wurde pulverisiert, diente zum Aufstreuen auf eiternde Wunden und fressende Geschwüre.
Das aus der Wurzel gepresste Öl diente für Einreibungen bei Nervenkrankheiten.

Anwendung bei Tieren und Volksmedizin

Die Pflanze diente als Futter für Tiere. Mit dem Saft der Wurzel wurden Einreibungen für Schafe, die unter Räude litten, gegeben.
Die Kraft der Ahnen um Heil- und Giftpflanzen wurde seit der Frühzeit angewendet.
Heute beginnen in der Tiermedizin wieder Versuche, Heilmittel für Tiere aus dem Pestwurz zu finden.“

Petswurz Volksmedizin

In den Bergen Österreichs setzten Schamanen die Wurzel der Wasserklette in hochprozentigen Alkohol an und verwendeten es als krampflösendes Heilmittel bei Migräne und starken Krämpfen.
Die frischen Blätter dienten als Wundverband.

Giftigkeit und Vorsicht

Die Pflanze enthält in allen Teilen große Mengen an toxischen Stoffe mit hepatotoxischer Wirkung.
Die stärksten Giftansammlungen finden sich in der Wurzel.

Keine Selbstmedikation! Fragen Sie ihren Arzt!

Pestwurz – Heilwirkung in der modernen Anwendung

In der Homöopathie wird sie als krampflösendes, schmerzlinderndes, ausgleichend und beruhigendes Heilmittel gegeben. Zum Beispiel bei krampfartigem Husten, Migräne, Funktionsstörungen des Magen- Darmtraktes, Harn- und Gallenbeschwerden, starken, krampfartigen Regelbeschwerden.

Selbstversorgung – Pestwurz als kraftvolle, aber anspruchsvolle Heilpflanze

Pestwurz – die starke Wildpflanze für naturverbundene Lebensräume. Der Pestwurz ist eine kraftvolle Wildpflanze, die Respekt im Umgang erfordert und nicht zur Selbstmedikation geeignet ist.

Der Pestwurz zeigt uns als kraftvolle und zugleich giftige Pflanze, wie eng Heilwirkung, Naturkraft und Vorsicht miteinander verbunden sind und warum ein bewusster Umgang mit Wildpflanzen unerlässlich ist.

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