Feigenbaum

Am Feigenbaum wachsen süße Früchte
Ficus Carica, Familie Maulbeergewächse

Feigenbaum – Bedeutung, Mythologie und Heilwirkung

Der Feigenbaum zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Mit bis zu 800 Arten umfasst er Bäume, Kletterpflanzen und Sträucher des tropischen und subtropischen Raumes. Seit Jahrtausenden begleitet er den Menschen als Nahrungsquelle, Heilpflanze und spirituelles Symbol.

Feigen sind gesund
Die Früchte des Feigenbaums erinnern an Überfluss, Erneuerung und die Kraft der Natur.

Feigenbaum – Ursprung und Wesen

Die Feige gilt seit jeher als Symbol für Fruchtbarkeit, Leben, Übergang und Ganzheit. In vielen Kulturen wurde der Feigenbaum als Lebensbaum verehrt – ähnlich dem Weihrauchbaum. Seine Früchte sind voller Samen und verkörpern Überfluss, Erneuerung und Verbundenheit
mit der Erde.

Echte Feige – Ficus carica

In mediterranen Gärten wächst der Feigenbaum oft in Gemeinschaft mit Lavendel, Rosmarin, Salbei, Oregano, Basilikum und Aloe Vera – Pflanzen, die ähnliche Wärme und Trockenheit schätzen.

Feige – Heilwirkung und Pflanzenwissen

Feigen sind reich an Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen.
In der Pflanzenheilkunde gilt die Baumessenz als Seelennahrung. Sie stärkt die Leistungsfähigkeit und unterstützt den Körper beim Ausleiten von Giftstoffen.

Feigenblätter werden traditionell als Tee verwendet und finden Anwendung bei Diabetes.
Feigensirup wirkt verdauungsfördernd und hilft bei Verstopfung.

Der Feigenbaum in Religion und Mythologie

Die Feige ist eine der ersten Pflanzen, die im Alten Testament erwähnt werden, und kommt dort
37 Mal vor. Der biblische Text spricht lediglich von einer „Frucht“ – nicht explizit von einem Apfel.
Da der Apfelbaum im damaligen Palästina nicht verbreitet waren, gilt es als wahrscheinlich, dass es sich um eine Feige oder um eine Frucht vom Granatapfelbaum handelte.

Feigenbäume kommen in der Bibel vor
Zwischen Blatt und Frucht erzählt der Feigenbaum von Geduld, Wachstum und stiller Entwicklung.

Feigenbaum als Baum der Schwelle

Besonders interessant ist die Verbindung zu den Evangelien. Dort erscheint der Feigenbaum ebenfalls als Bild des Erkennens, der Berufung und auch des Endes einer alten Ordnung. Nathanael wird von Christus „unter dem Feigenbaum“ gesehen (Johannes-Evangelium Kapitel I)
„Ehe denn dich Philipus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sah ich dich“ Ein Sinnbild daß Nathanael als Eingeweihter erkannt ist. Ein Hinweis auf innere Schau, auf Erwählung und verborgenes Wissen.

An anderer Stelle wird der unfruchtbare Feigenbaum zum Zeichen einer Mysterienform, die keine Frucht mehr trägt. Der Baum kann also beides bedeuten: einen Ort alter Weisheit und zugleich ein Bild dafür, dass eine alte geistige Ordnung zu Ende geht. „Nun esse von dir niemand eine Frucht ewiglich“. (Markus-Evangelium, Kap. XI). So steht der Feigenbaum auch zwischen alter Mysterienweisheit und neuer Wandlung.

Beim Seher und Dichter Homer rettet er Odysseus in der gefährlichsten Meeresszene; in der späteren christlichen Bildsprache wird er zum Zeichen von Erkenntnis, Prüfung und Übergang. Der Feigenbaum ist damit ein Baum der Schwelle: Er steht dort, wo der Mensch nicht mehr aus eigener Kraft weiterkommt, aber dennoch gehalten wird – bis eine neue Stufe des Weges möglich wird.

Feigenbaum in antiken Kulturen

In der Antike war die Feige eng mit Fruchtbarkeit verbunden. Dionysos, auch Philosykos – der Freund der Feige – genannt, war ihr geweiht. Bildnisse des Gottes wurden aus Feigenholz gefertigt.

In der römischen Antike trug die Feige auch den Namen Hegetria, „die Führerin“. Sie symbolisierte den Übergang von der Jäger- und Sammlergesellschaft zur Sesshaftigkeit.
Auch Demeter, die Korngöttin, besaß einen Feigenhain nahe Eleusis.

Feigenbaum im alten Ägypten
Im alten Ägypten galt die Maulbeerfeige als heiliger Baum und Begleiter auf dem Weg ins ewige Leben

Feigenbaum im alten Ägypten

Im alten Ägypten galt die Maulbeerfeige (Sykomore) als heiliger Baum. Die Region um Memphis wurde als Land der Maulbeerfeige bezeichnet. Hathor, die Himmelskönigin, war ihre Herrin. Die Opfergaben an sie waren zahlreich. Ihr wurde Papyrus, Lotus, Gemüse und zahlreiche Blumen, wie die Kornblume geopfert.

Heilige Bäume wurden mit Opfergaben geehrt. Wasserkrüge neben den Bäumen dienten dazu, die Wurzeln zu benetzen – eine symbolische Handlung der Pflege und Verehrung.

Im ägyptischen Totenkult galt es als Gnade, wenn Seelen vor ihrem Gang durch die Unterwelt von der Göttin des Feigenbaumes Früchte und das Wasser des Lebens erhielten. Diese Begegnung schenkte ewiges Leben.

Der Feigenbaum in einer entzauberten Welt

Der kommerzielle Feigenanbau ist heute Teil der Agroindustrie. Pflanzen werden zunehmend nur noch als Rohstofflieferanten betrachtet.
Regina Hruska bringt diese Entwicklung auf den Punkt: „Feigen werden – wie viele Früchte von Bäumen – von der Agroindustrie nur mehr als Verwertungs- und Rohstofflieferanten gesehen.
Die Erde verliert zunehmend an Würde und Heiligkeit.“

Das Sterben der Wälder, die Verschmutzung der Gewässer und der Luft, die Verseuchung der Böden und die Vernichtung ganzer Ökosysteme werfen eine zentrale Frage auf: Ist all das verhandelbar?

Ein Bewusstseinssprung ist notwendig – denn von selbst wird sich wenig ändern. Die Seminare, Termine und schamanischen Behandlung im Schamanenzentrum Wien zielen darauf ab, dass Menschen sich wieder als Teil des Ganzen erleben: in Verbindung mit Himmel und Erde.

Im Heilgarten von Licht aus der Jurte – Shamanic Centre Vienna wächst ein kleiner Feigenbaum in der Heilerde vom eigenen Kompost. Er steht sinnbildlich für eine Haltung, die Pflanzen nicht als bloße Rohstofflieferanten betrachtet, sondern als lebendige Wesen mit Würde und spiritueller Kraft.

Schamanische Ausbildung Wien   Kontakt   

Newsletter