Mispel

Die Mispel ist ein hitzeresistenter Baum
Mespilus germanica, Familie, Rosengewächse, Rosaceae

Mispel zwischen Baumweisheit und Zukunftskraft

Der Baum als Urbild des Lebens

Die Mispel galt in den vergangenen Jahrhunderten als ein besonderer Baum mit kostbaren Früchten. Die Mispel wuchs in einer vielgliederigen Landschaft, war nicht nur ein Baum unter vielen Bäumen, er galt wie andere Bäume als eine der Urkräfte des Lebens.
Die Urkräfte der Bäume finden wir unter anderem dargestellt in der rabbinischen Tradition, in der Genesis und bei den Propheten des alten Testamentes. Aber beispielsweise auch in der persischen und babylonischen Überlieferung und bei den Kelten und Germanen.

Die Mispel ist ein Tiefwurzler
Wurzeln im Erdreich

Als Tiefwurzler saugt die Mispel die Säfte aus dem Erdreich, die Säfte strömen, Blätter atmen und die Früchte des Baumes quellen.
Die Kräfte des Mispelbaumes waren auch den Menschen früherer Zeiten nicht unbekannt.
Heute beschreiben wir diesen Baum als klein, mit breiter Krone, mit seiner Blütezeit Ende Mai und seinen rundlichen Früchten im Herbst.
Wir wissen auch woher er in die wärmeren Gebiete Nordeuropas kam, können seinen langen Weg aus dem vorderasiatischen Raum bis nach Griechenland nachvollziehen.
Auch über ihren Weg mit den Kriegszügen der Römer bis in die nördlichen Gebiete können wir nachvollziehen. Er ist sehr robust, der Mispelbaum, stellt keine großen Bodenansprüche und erträgt Temperaturen bis zu Minus 20 Grad.

Die verlorene Verbindung zum Baum

Ein wenig verloren ging bei all dieser wissenschaftlichen Forschung die Herzensverbindung zum Baum, die schicksalshafte Verbindung des Menschen mit ihm. Der Baum ist zum „Es“ geworden, ist nicht mehr Ausdruck menschlicher Geistigkeit und hat nicht mehr viel mit den Kräften des Kosmos, die in ihm und im Menschen wirken zu tun.

Die Heiligkeit des Baumes hatte es in vergangenen Kulturen mit sich gebracht, dass er auch als Wohnung der Gottheit betrachtet werden konnte. Babylonische Gesänge, alttestamentarische Bilderkreise, in der Symbolik aller Kulturen rund um den Erdball war der Baum ein „mythischer Prototyp“

Mispeln werden nach dem ersten Frost geerntet
Reife Mispeln am Baum – robuste Früchte eines vergessenen Obstbaumes

Die Mispel verschwindet aus dem Bewusstsein

Die Mispel ist bis vor kurzer Zeit aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden gewesen. Apfelbäume und andere Obstgehölze haben ihr den Rang abgelaufen. Es erging der Mispel ein wenig wie der Quitte, die erst in den letzten Jahren eine Rehabilitation erfahren hat.

Klimawandel und die Rückkehr robuster Bäume

Die Eisschilde in den nördlichen Regionen schmelzen dahin, ebenso die Gletscher.
Der Meeresspiegel steigt, Meere und Ozeane nehmen mehr Wärme auf, es kommt zu Überflutungen und Unwettern.

Mit der zunehmenden Erwärmung trocknen Böden aus, Wälder und Tiere sterben, die Artenvielfalt ist in einem Zerfallsprozess. Doch das „business as usual“ geht weiter.

Das ist die Chance der Mispel

Mit diesen großen ökologischen Herausforderungen kommt ein interessanter Prozess in Gang.
Menschen erinnern sich wieder an spirituelle und schamanische Traditionen und sind entschlossen, sich einem tieferen evolutionären Strom anzuschließen. Bäume und Menschen haben bereits mehrere (fünf) Massensterben auf dieser Erde überlebt. Und wenn Menschen ihren Gesichtskreis erweitern, dann finden sie Bäume, die diesen großen Veränderungen standhalten.

Mispelblüten sind Nahrung für Bienen
Mispelblüte im Frühling – wertvolle Bienenweide und alte Baumblüte Europas

Einer dieser Bäume ist die hitzresistente, robuste Mispel.
Im Heilgarten von „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ wächst ein Mispelbaum neben Judasbaum, Weißdorn, Eberesche und anderen Rosengewächsen.

Bienen werden im Frühling von den Blüten angelockt, im Herbst finden Vögel Nahrung in den Früchten.
Die Früchte bleiben im Herbst und Winter entweder am Baum oder werden von Schamaninnen und Schamanen nach dem ersten Frost verarbeitet.

Wildformen der Mispel, die strauchartig an Waldrändern wuchsen, sind verschwunden. Mispelbäume aus Samen zu ziehen ist sehr mühsam und benötigt sehr viel Geduld.
Auch die Heilwirkung der Mispel ist nicht ausreichend erforscht. Die Früchte gelten als entzündungshemmend und verdauungsfördernd.

Vergessene Obstbäume und Zukunftsbäume

Mispel, Maulbeerbaum, Sanddorn, Berberitze, Schlehdorn, Felsenbirne, Speierling, Elsbeere und Kornelkirsche gehören zu den alten Kulturpflanzen Europas. Viele dieser robusten Gehölze geraten heute wieder in den Blickpunkt, weil sie Trockenheit, Hitze und veränderte Klimabedingungen besser vertragen als zahlreiche moderne Kulturpflanzen.

Die Mispel ist Nahrung für Vögel
Mispelfrüchte als Nahrung für Mensch und Vogel im Herbst und Winter

Selbstversorgung – Die Mispel als Zukunftsbaum

Die Mispel zählt zu den widerstandsfähigen Obstgehölzen Europas. Ihre Früchte können nach dem ersten Frost verarbeitet werden und machen den Baum zu einer interessanten Pflanze für naturnahe Gärten, Selbstversorgung und klimaresistente Pflanzungen.

Abschlusssatz

Die Mispel steht beispielhaft für jene alten Bäume, die den Wandel der Zeiten überdauern und heute als robuste Zukunftsbäume für Selbstversorgung, Artenvielfalt und klimaresistente Gärten neu entdeckt werden.

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