Lotus

Der blau Lotus war im alten Ägypten heilig
Nymphaea caerulea, Seerosengewächse, Nymphaeaceae

Lotus -Blume der Wiedergeburt und des Nils

Der Lotus Ägyptens (Nymphaea) ist die heilige Wasserblume des alten Ägypten.
Der sogenannte ägyptische Lotus ist botanisch eine Seerose und nicht mit dem indischen Lotus (Nelumbo) zu verwechseln.
Gerade diese Seerose des Niltals wurde zur Trägerin tiefster religiöser Symbolik.

Die Nil-Seerose gehört zu den geheimnisvollsten Pflanzen der Menschheitsgeschichte.
Er wuchs in den Sümpfen des Nils, öffnete seine Blüten im Licht der Sonne und schloss sie im Dunkel der Nacht — ein sichtbares Zeichen von Tod und Wiedergeburt.

Die Seerose des Nils, dargestellt auf einer Säule
Stilisierte Lotusblüte im altägyptischen Relief

Lotus am Nil in der späten Bronzezeit

Ursprünglich, in der späten Bronzezeit, wuchs die Wasserpflanze in den Sümpfen des Nils, gemeinsam mit Papyrus.
Regina Hruska: „Das damalige Weltbild in seiner Symbolik führt uns heute noch den heiligen Nilstrom entlang. Die damalige Sternenweisheit offenbarte sich in der blauen Seerose Ägyptens, in der Wasser – Lilie. Die Blume der Mysterien, die sechsstrahlige Wasserlilie hielt noch in den Gräbern Zwiesprache mit den Seelen.“
Wenn wir uns vorstellen, dass bei der jährlichen Nilschwemme die Wasser mit Lotusblüten bedeckt waren, dann berührt uns das noch heute.

Lotus in Tempelkult und Mysterienwissenschaft

Angepflanzt wurde die Blume der Wiedergeburt auch in den Teichen der Tempel und in kleinen Gewässern, eng mit der Mysterienwissenschaft verwoben.
Die Kultpflanze wurde auch in Theben, Gizeh und Memphis gepflanzt. Die damalige Priesterschaft nannten die Pflanze „Aris el Nil“, „Bräutigam des Nils.“

Lotusblume Bedeutung und Symbol der Wiedergeburt

Die Blüten schließen sich am Abend und erblühen neu am Morgen.

Zugleich zeigt der Lotus die enge Verbindung von Natur und Spiritualität im alten Ägypten. Daher begegnet uns die Wasserblume nicht nur in Tempeln und Gräbern, sondern auch im Alltag der Menschen. so gilt er bis heute als Blume der Erneuerung.

Der Lotus war in Altägypten verbunden mit Göttern.
Lotusblüte im altägyptischen Relief – heiliges Symbol von Leben und Wiedergeburt

Lotus in der ägyptischen Mythologie

Die Nil-Seerose war in ihrem Symbolgehalt verbunden mit Osiris, dem Gott Nefertem, und Horus.
Mit der Göttin Isis als Göttin der Heilkunst.
Verbunden auch mit dem dreimal großen Gott Toth.

Wasserblume der Pharaonen im Atonkult der Armanazeit

In der Armanazeit (1353 -1332) war sie im Atonkult, in Achet-Aton, Sinnbild der Regeneration.
Symbol für den Sonnengott Re, der sich täglich erneuert.

Seerose des Nils in Architektur und Kunst

Der Lotus erscheint im alten Ägypten in: Tempeln, Reliefs, Grabmalereien, Schmuck.
Noch heute sind die Gebildeten Ägyptens stolz auf ihre Säulen, die entweder den Lotus oder den Papyrus als Säulenkapitell tragen.

Die Blüten dees Lotus faanden sich in Grabmalereien
Ägyptische Wandmalerei mit Lotusblüten im Grab eines Pharaos

Lotus im Totenritual und Totenkult

Die Blüten der ägyptischen Seerose wurden in den Tempeln zu Girlanden gebunden.
Stäbe und Steinsäulen wurden damit geschmückt.
Die duftenden Blüten mit eingeflochtenen Ähren vom Weizen schmückten Tische und Altäre.

Sie fehlten bei keinem Fest, bei keinem Bestattungsritual.
Im Totenkult war es der sehnlichste Wunsch der Verstorbenen, mit Osiris vereinigt zu werden.
Im Totenbuch lesen wir: “… eine Lilie des Osiris zu werden.“

Im Grab von Tutanchamun fanden sich Ritualgegenstände mit dem Motiv der Seerose, mit Kornblume und Blättern vom Olivenbaum. Man fand echte und getrocknete Blüten.
Im Grab von Sethos I waren unter den Binden der Mumie Reste der blauen Seerose.
Ebenso im Grab Tuthmosis II und in zahlreichen anderen Gräbern.

Girlanden der Nil-Seerose, mit den Fasern des Papyrus gebunden…, vor allem der Blaue Lotus, wurden den Verstorbenen kreisförmig auf die Brust gelegt.

Lotus als Amulett und magisches Schutzsymbol

Die Pflanze, als Symbol der Makellosigkeit, wurde als Amulett getragen.

Die rote Wasserlilie stand im alten Ägypten für die Liebe
Rote Lotusblüten – Wasserblumen des Nils im Sonnenlicht

Seerose der Tempel in der altägyptischen Farbenlehre

Die alten Ägypter waren Meister der Farbenlehre und die Farben der Blüten hatten besondere Bedeutung.
Die weiße Seerose des Nils stand für das Gewissen.
Rosafarben für Erleuchtung.
Die rote Wasserlilie für die Liebe.
Die blaue Seerose Ägyptens stand für Weisheit, mit dem Schöpfergott verbunden.
Er wird in den Totenbüchern erwähnt: „Wenn die Seele wie Nefertem aus dem Lotus zu Re aufsteigt.“
In einem altägyptischen Pyramidentext lesen wir: „… die Lotusblüte an der Nase des Sonnengottes…“

Lotus war die heilige Blume des Nils
Lotusblüten in altägyptischer Grabmalerei – Symbol von Wiedergeburt

Lotus in biblischer und altorientalischer Überlieferung

Heilige Blume des Nils im Alten Testament

Erwähnt wird die Schönheit der Blüte im „Hohen Lied der Liebe“ sowie bezugnehmend auf den Tempel König Salomons in 1. Könige, 7,25.

Die Nil-Seerose in Babylonien

Bei Ausgrabungen in Nimrod wurde ein Griff mit einer bronzenen Lotusblume gefunden.

Die Nils-Seerose diente zur Herstellung von Kosmetika. Diese wurden in kostbaren Gefäßen aufbewahrt
Alabastergefäß aus einem ägyptischen Grab – verwendet zur Aufbewahrung von Salben und Duftölen.

Lotus als Duft- und Heilpflanze

Die Seerose des Niltals war eine wichtige Pflanze in der Parfum- und Kosmetikherstellung.
Der Wohlgeruch der Blüten wurde in Salben verarbeitet.
Ihr Duft war dem der Veilchen ähnlich.

Tee aus den Blüten zubereitet, gab Hoffnung auf die Belebung der Sexualität.

Lotuswurzel als Nahrung und Arznei

Antike Schriftsteller, beispielsweise Theophrast (371 – 286 v.Chr.), beschreiben die Wurzel.
„Die Wurzel des Lotus wird Korsion genannt…“

Ähnliches schreibt Plinius, und Herodot vergleicht die Wurzel mit der Frucht des Apfelbaumes.

Wurzeln hatten die gleiche Stärke wie Schilf.
Sie waren fleischig, süßlich und dienten als Nahrungsmittel.
Sie enthielten Mineralstoffe, Ballaststoffe, Vitamine, Kupfer, Zink, Kalium.
Frisch oder verarbeitet galt sie auch als Aphrodisiakum.

Bei dem ägyptischen Lotus waren alle Teile der Pflanze heilwirksam.
Lotus- und Papyrusernte im Nil – Relief mit Reiher.

Lotussamen und ihre Verwendung

Die Blüten bilden eine kegelförmige Fruchtscheibe,
wo Samen, manchmal so groß wie Bohnen oder Olivenkerne sitzen.

Sie wurden frisch gegessen oder zu Mehl vermahlen.

Wurzel, Stängel, Blüte und Samen hatten ihre Heilwirkung.

Lotus im ökologischen Gefüge

Zahlreichen Tieren, zum Beispiel Vögeln, dienten die Lotuspflanzen als Versteck und Brutplatz.

Lotus und Papyrus waren im Wappenzeichen Altägyptens
Pharaonen mit Lotus und Papyrus – Symbol der Vereinigung von Ober- und Unterägypten

Lotus und Papyrus als Symbolpflanzen Ägyptens

Der ägyptische Lotus war die Wappenpflanze Oberägyptens, während der Papyrus für Unterägypten maßgeblich war.
Diese Symbolpflanzen finden sich in ihrer polaren Funktion überall. Gelegentlich sind sie vereint zu finden.

Es gibt in der ägyptischen Bilderwelt nur selten rein Dekoratives.
Dahinter steht immer Symbolik mit unmittelbarer Wirkung.

Doch das sind Themen, die wir in „Licht aus der Jurte“ und in der „Shamanic Clinic Europe“ in den Ausbildungen „Spirituelles Heilen – Heilschamanismus“ und in der schamanischen Ausbildung gerne einfließen lassen.

Die weiße Seerose stand im alten Ägypten für Reinheit
Weiße Seerose des Nils – eine der heiligen Wasserblumen des alten Ägypten.

Botanische Einordnung des Lotus

Botanisch handelt es sich beim ägyptischen Lotus um eine Seerose der Gattung Nymphaea, insbesondere um den Blauen Lotus (Nymphaea caerulea) oder den Weißen Lotus (Nymphaea lotus). Diese Wasserpflanzen gehören zur Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae) und sind nicht mit dem indischen oder heiligen Lotus (Nelumbo nucifera) verwandt, der einer eigenen Pflanzenfamilie (Nelumbonaceae) angehört. Trotz der Namensgleichheit handelt es sich um zwei deutlich unterschiedliche Pflanzengruppen.

Herkunft und Verbreitung des Lotus

Die ägyptische Seerose wuchs ursprünglich in den ruhigen Gewässern des Nils und seiner Nebenarme. Von dort verbreitete sie sich über Nordafrika bis in Teile Vorderasiens. In Tempelteichen und künstlichen Wasseranlagen wurde der Lotus gezielt kultiviert.

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