Schamanische Ausbildung II

SemINAR III

Was wirkt in mir?

Zwischen Kreuz und Sehnsucht

Selbsterkennen und Selbstverwirklichen gehört zum Wagnis der Freiheit, zum Zukünftigen, zum Werden des Menschen,
zu „Licht aus der Jurte“.
Darauf ausgerichtet sind sowohl die Ausbildung „Spirituelles Heilen – Heilschamanismus“ als auch die schamanische Ausbildung.

Die Schamanen im zweiten Ausbildungsjahr arbeiten daran, sich vom Dualismus, von Gut und Böse und sowie von
Diesseits und Jenseits zugunsten des Verbindenden zu lösen.
Und doch müssen sie sich immer wieder wahrhaftig ihrer Selbsterkenntnis stellen und nicht, wie viele Gesellschaften,
am stürmischen Schicksalsmeer orientierungslos dahintreiben.
Die Schamanische Ausbildung Selbsterkenntnis führt die Teilnehmenden zur Frage, welche Kräfte in ihnen wirken und wie sie ihren weiteren Weg bestimmen.

Die Welt der Schwächen und Unvollkommenheiten gehört zur Menschenwelt und jeder ist in sie hineingeboren.
Der Mensch gleicht dem Kreuz, das Lebenssymbol, ausgespannt zwischen Gebundenheit und Freiheit, Geistigem und Körperlichen, Bewusstem und Unbewusstem. Der Einzelne lebt in spannungsreichen Gegensätzen.
Gerade aus dieser existenziellen Spannung erwächst die Sehnsucht nach Umgestaltung, nach dem, was den Menschen verbindet
und über sich selbst hinausführt.

Regenbogen als natürliche Brücke zwischen Himmel und Erde – Symbol für Sehnsucht und Selbsterkenntnis in der schamanischen Ausbildung.
Die Regenbogenbrücke – Sinnbild der Sehnsucht, den Abgrund zwischen menschlicher Unvollkommenheit und geistigen Idealen zu überwinden.

Gegenüber, durch einen Abgrund getrennt, ragen die Gipfel der Ideale, der Liebe, des Guten und der Vollkommenheit.
Hier leuchtet das dem Kreis eingeschriebene Kreuz, das Sonnensymbol der Liebe, der Hingabe und des Lichts.
Vieles, was in der schamanischen Arbeit relevant ist, wird an diesen Idealen gemessen.
Auch in diesem Seminar wächst das Verständnis dafür, dass diese Ideale auf Erden Herausforderung und Orientierung sind.
Aber die Sehnsucht, diesen Abgrund zu überwinden, ruht, wie bei anderen Menschen auch, in ihrem Herzen.
Die keimfähigen Samen der Sehnsucht wurden den Teilnehmenden ins Herz gelegt.
Sie hoffen auf eine Brücke über den Abgrund oder zumindest auf einen Brückenbauer, der einen gewaltigen Pfeiler bauen kann.

Die Brücke beginnt im Menschen

Doch der Weg über diese Brücke beginnt nicht erst vor dem Abgrund. Er beginnt im Fühlen der Seelenkraft. Die Schamanische Ausbildung Selbsterkenntnis richtet den Blick auf jene inneren Kräfte, die den Menschen auf seinem Weg zur geistigen Freiheit begleiten.
In der Schamanischen Ausbildung Selbsterkenntnis wird diese innere Arbeit zur Voraussetzung für Reinigung, Läuterung und die bewusste Wandlung der Seelenkräfte.
Noch wird von den Schamanen in „Licht aus der Jurte“ am vollen Menschsein, am zukünftigen Menschen gearbeitet.
Das innere Bild zeigt einen Acker, wo neben kostbaren Getreiden invasive Pflanzen versuchen, das Feld zu überwuchern.
Sind sie entfernt, dienen sie bestenfalls als Dünger.

Getreidefeld mit reifenden Ähren – Sinnbild für die Seelenkräfte, Selbsterkenntnis und innere Wandlung in der schamanischen Ausbildung.
Der Acker der Seele – zwischen Wachstum und Hindernissen entfalten sich die Kräfte der inneren Wandlung.

Dann wird der Blick auch frei für all jene Blumen, die den Acker bereichern.
Selten wird daran gedacht, wie auch die Seelenkräfte mit den Naturreichen zusammenhängen, wie sie uns tragen und nicht wir sie.
Die Natur begleitet dieses Heilsgeschehen nicht nur – sie trägt es mit.
Für die Schamanen im Heilraum der Jurte bedeutet das Reinigung und Läuterung, Veredelung und Verwandlung der Schwächen
und Hindernisse am Weg.
Weitere Kreuzeserfahrungen sind Krankheiten, die an die Schwere und an den Körper fesseln. Schamanen sind davon nicht ausgenommen, auch sie erleben Angst und benötigen die Wandlung zu Neuem. Es wird in diesem Seminar ein besonderes Augenmerk auf die vielen helfenden Kräfte, auch auf diejenigen, die in der Natur zu finden sind, gelegt.
Auch der „Tod als Wegbegleiter“ findet seinen Platz.

Die Bewacher der Brücke

Je näher der Mensch der Brücke kommt, desto deutlicher zeigen sich auch jene Kräfte, welche die Teilnehmer von ihr
fernhalten wollen.
Gemeinsam mit den beiden Schamaninnen wird geprüft, ob die Teilnehmenden kraftvoll genug sind, sich mit den Bewachern der Brücke, die alles in Nebel hüllen wollen, auseinanderzusetzen.
Ist Totes und Verbrauchtes im Seelenraum, dann krallen sie sich diesen Raum und füllen ihn mit ihren Kräften.
So, wie es längst schon Mythologien erzählten, bauen sie Brücken in die Tiefen der Unterwelt und versuchen suggestiv, einzelne dorthin zu geleiten. Ihr naturabgewandtes Dasein zerstört den grün sprießenden Lebensgürtel und verfälscht Ursprüngliches.
Die Teilnehmer wurden bereits in Seminar zwei darauf vorbereitet.

Die Schwelle des Aufwachens

Nicht jeder Übergang gelingt aus eigener Kraft. In der Schamanischen Ausbildung Selbsterkenntnis wird deshalb auch erfahren, wie wesentlich Bitte, Gebet und Gesang für die weitere Entwicklung der Seelenkräfte sind.
Deshalb gehören auch Bitte, Gebet und Gesang um Hilfe zu den Erfahrungen dieses Weges.
Heute müssen wir den rechten Takt gegenüber der geistigen Welt wiederfinden.
Jeder prüft oder wird geprüft, bis die eigene lebendige Mitte wieder stark und fest geworden ist und im Herzen die
mütterliche Urweisheit den Weg zu jenen heil-heiligen Wesen weist, die den Pfeiler der Brücke errichten können.
Dann wird es möglich, ohne abzuwarten und zu klagen, die Hände auszustrecken und am eigenen Weg
den Brückenbauern entgegenzugehen.

Regina Hruska    Stephanie König     Kontakt   

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