Vom Reichtum – Nachdenken während der Pandemie

Wir laufen Gefahr, dass das Neue eine Kopie des Alten wird. Wie wird mit globalen Herausforderungen umgegangen oder sind sie bereits vergessen?

Der Mensch hat es geschafft, den Planeten innerhalb von 2 Generationen zum Kollaps zu führen. Jetzt in der Zeit der Pandemie ist es uns vielleicht möglich, Vieles verstärkt zu hinterfragen und uns für Alternativen zu öffnen. Wir wissen nicht, wie die Welt für zukünftige Generationen sein wird. Aber wir müssen dran bleiben, gegebenenfalls treten wir einen Schritt zurück und lösen uns von alten Begriffen. Nur dann wird das Neue sichtbar.

Regina Hruska „In „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ verwenden Heilschamaninnen und Heilschamanen die reflexive Vorgehensweise, damit wir und alle anderen unsere Gestaltungskraft und Freiheit zurückgewinnen. Sichtbar wird im Schritt zurück, das Wasser nicht mehr ein Schöpfungsgut, ein Menschenrecht, ein gemeinsames Gut ist, sondern eine Handelsware. Wasserrechnungen bezahlen alle über die Betriebskostenabrechnungen. Vielleicht zahlt es sich aus, diese einmal genauer anzuschauen?“

Das Geschäft mit dem Wasser
Erst vor kurzem war der Weltwassertag, der sang- und klanglos vorübergeglitten ist. Was kostet Wasser in einer Wirtschaftsform, das sich durch Wachstum erhält? Die Wasserwirtschaft zeigt uns, dass wir es mit einem Konkurrenzprinzip des freien Marktes zu tun haben. Der immer größer werdende Ressourcenverbrauch richtet enorme Schäden in der Natur an. Es geht nicht um verantwortlichen Umgang mit Wasser; es geht um Gewinnmaximierung am freien Markt.

Blühende Geschäfte
Mineralwasser ist das blühende Luxusgeschäft, bei dem der Lebensmittelkonzern Nestle, mit 77 Marken vertreten ist. Danone, Coca Cola und Pepsi Cola sind eifrige Mitkonkurrenten. Aus Knappheit lässt sich trefflich Profit erwirtschaften!

Wasser wird bis zu 70 Prozent weltweit in die Landwirtschaft gepumpt und darf nicht zum Trinken verwendet werden. Agrarindustrien leiten Wasser über virtuelle Leitungen, praktisch zum Nulltarif. Nach Prognosen der WIR wird jedes fünfte Land an Wasserarmut leiden. Einer der Gründe ist der extreme Klimawandel.

Wassermangel auch durch Abschmelzen der Gletscher, dem Schwinden des ewigen Eises und damit das Auftauen noch unbekannter Sporen und hochgefährlicher Bakterien, die bereits in Rentieren gefunden wurden. Ecuador zum Beispiel gewinnt 85 Prozent des Trinkwassers vom Gletschereis. Nach Mexiko City und Mexiko Stadt, wo die Wasserversorgung wegen kaputter Leitungen oft tagelang ausfällt, liefern Nestle und Coca Cola Wasser in Flaschen. Ihre Gewinnspannen sind über 100 Prozent.

Wasser – Handelsware, Konsumgut, Geldanlage?

Die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung liegt zum großen Teil in öffentlicher Hand. Viele Einnahmen die hier erwirtschaftet werden, dienen dazu, Budgetlöcher zu stopfen. Viele Einrichtungen, unter anderem der Weltwasserrat propagieren die Privatisierung des Wassers mit dem Slogan „Nur eine private Partnerschaft kann unseren Planeten retten“. In England/Wales und Chile ist der Slogan bereits Realität und in Frankreich kaufen von 10 Personen bereits 9 Personen Wasser von Privaten.

Lässt sich das Wasserproblem technisch lösen, wird die Technik Hungersnöte und Wasserkriege verhindern? Wird es sauberes Wasser geben?
Überall auf dem Planeten ist Wasser knapp. Jeder 3. Mensch trinkt verschmutztes Wasser. Täglich sterben bis zu 9000 Kinder unter 10 Jahren an der verseuchten Flüssigkeit. Viele leiden an Diarrhoe, Trachom, Bilharziose, Cholera, Typhus, Ruhr, Hepatitis… Die Probleme umfassen Asien, Indien, Lateinamerika, Afrika und arabische Länder. Viele Menschen müssen Wasser zu horriblen Preisen bar bezahlen, auch wenn es giftig ist. Etwa ein Fünftel des Plastikmülls landet in den Meeren und daran verrecken Wale, Delphine, Schildkröten, Fische. Jetzt einmal abgesehen von Mikroplastik und Mikrofasern. Wird Europa weiterhin an der Ignoraz festhalten und hungernde und durstende Flüchtlinge verrecken lassen? Das wäre ja praktisch, so könnte sich das Problem der Überbevölkerung von selbst lösen, oder doch nicht?

Zum Nachdenken

Wer kann die Verunreinigung und Vergeudung der Wasserreserven stoppen?

Wer kann faire Preise für Wasser weltweit durchsetzen?

Wer kann durchsetzen, dass Billigtankerflotten, entgegen aller Sicherheitsauflagen, Wasser verschmutzen?

Wer wird die Begrenzung des CO2 Ausstoßes, die Zerstörung der Wälder und Regenwälder aufhalten?

Wer wird statt dem derzeitigen Gleichgewicht der Preisbildung zwischen Angebot und Nachfrage das Gleichgewicht zwischen Wirtschaft und Natur durchsetzen?

Wer wird durchsetzen, das Weniger Mehr ist und es zählt, ein Dach über dem Kopf zu haben und sauberes, lebendiges Wasser zum Trinken?

Wer nimmt die Schlüssel der globalen Gerechtigkeit in die Hand und lässt es nicht zu, dass die ökologische gegen die soziale Frage ausgespielt wird?

 

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