Viren und Angst

Nachrichten überfluten uns mit Bildern von leeren Städten und Landstrichen, von Flüchtlingsströmen, Kriegen, Not, Hunger und Wetterphänomenen. Ich frage mich, wie lange das noch auszuhalten ist. Es ist nur erträglich, wenn wir hinter die Kulissen schauen und Änderungen in und um uns herbeiführen.

Was bewirkt Covid – 19? Dient diese Pandemie dazu, herauszufinden was unser Leben essentiell macht? Sind wir die abgegrenzten, selbstbestimmten Individuen für die wir uns halten? Ist unser Ich getrennt von der Außenwelt, die immer mehr synthetische Agrarchemie, Umweltchemikalien, Nahrungsmittelzusätze, Kosmetikinhaltsstoffe, Plastik etc. einsetzt? Sind wir losgelöst von den natürlichen Rhythmen traditioneller Lebensweisen und vertrauen blind in BigFood, BigPharma, Geldreligionen? Was lähmt uns? Die Angst vor Verlusten auf allen Ebenen droht und es ist nicht mehr möglich die Augen zu verschließen. Wichtiges und Nebensächliches werden schon lange gleich bewertet. Immer wieder werden Ausnahmezustände generiert, verwirrende Bilder erzeugt, Bewusstsein verzerrt und Ideenreichtum vermindert.

Wiederauferstehung der persönlichen und kollektiven Schatten! Angst und Ohnmacht äußern sich mit den Argumenten: „ich kann nichts ändern“. Das führt dazu, dass alles was gesundheitlich und ökologisch machbar wäre blockiert und bewusster Wandel verhindert wird. Meisterschaft über das persönliche Unbewusste wird verwechselt mit einem falschen Leitbild des Selbst. Öffnet sich jemand für Wahrhaftigkeit, fürchtet er persönliche und gesellschaftliche Abwertungen oder Vergeltungsmaßnahmen, die seinen Lebensstil bedrohen. Selbsttäuschung führt zur inneren Verschleierung der Tatsachen, das Reich des Unbewussten, der Seele, des Geistes werden zunehmend zensuriert. Damit werden Schöpfungskraft und Erfindergeist abgetrennt. Aber wir wissen, das nichts verschwindet, sich Verdrängtes im Körper manifestiert und sich auf der Lebensbühne als Krankheit zeigt.

Arbeits- und Zeitdruck verengen den Blick. Menschen hetzen zur Arbeit, zu Nebenjobs, wobei die Beschleunigung zunimmt. Es bleibt nichts mehr übrig, um sich mit dem Anderen oder mit dem Schicksal der Erde auseinanderzusetzten. Schuldgefühle und Angst im Turbokapitalismus führen dazu, dass Menschen mehrere Paar Schuhe haben, während andere mit bloßen Füßen auf der Flucht sind. Menschen wissen um die Dezimierung der Ureinwohner, um die Versklavung von Afrikanern, um den neuen Kolonialismus, um militärische und ökologische Vernichtung im Nahen Osten, um Drohnenkriege, Überwachung, Folter, Hunger etc. Niemand will sich schuldig fühlen, den Schmerz spüren. Es ist besser diesen einzufrieren und sich hinter Ängsten zu verbarrikadieren.

Es gibt die Coolen, die erfolgsorientiert sind, kommerziellen und politischen Kampagnen und Experten vertrauen. Kein Gefühl der Angst kommt auf. Tränen und Kummer sind ein Manko. Deckt jemand den Ökozid, der unweigerlich Seuchen mit sich bringt auf, wird er als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. Zusammenhänge zwischen Krebs und Radioaktivität, zwischen Einsatz von Pestiziden und Lungenerkrankungen, zwischen Handelsabkommen und Arbeitslosigkeit werden bestritten. Angst, Furcht, Verzweiflung werden als pathologische, neurotische, als psychische Störung diagnostiziert und behandelt oder ungelöste innere Konflikte werden projiziert auf Mitwelt und Mitlebewesen.

Spirituelle und Schamanische Stolpersteine

Spirituelle Menschen und Schamanen im Allgemeinen scheinen nicht nur im tödlichen Mantra des Wachstums gefangen zu sein. Nur allzu oft werden ökologische, wirtschaftliche und soziale Probleme als Hindernis am inneren Weg gesehen, als weniger wichtig angesehen. Es wirkt der Slogan: „Ehe ich der Erde dienen kann, muss ich erst selbst heil sein“, „Ehe ich der Erde und dem Himmel dienen kann, muss ich zuerst…..“ zumeist folgt dann eine lange Liste der Nöte, die, sieht man genauer hin, der persönlichen Bedürfnisbefriedigung dienen. Wird über die ökologische Verwüstung der Erde gesprochen, die Epidemien, Krankheit, Not, Schmerz und Verzweiflung mit sich bringen, wird dies als Negativität gewertet. Es grassiert ein subjektiver Idealismus, meiner Meinung nach der größte Hinkefuß am spirituellen und schamanischen Weg. Blockierungen unseres Bewusstseins und unserer Einsichten kommen uns teuer zu stehen. Sie führen zu Energieverlust, beeinträchtigen die Wahrnehmung, führen zu Abstumpfung, Freude und Flexibilität gehen verloren, Denken und geistige Fähigkeiten werden geschwächt. Lebensbedrohliche Aspekte der derzeitigen Pandemie schneiden von der Verwurzelung in der Erde und die Anbindung an die geistigen Welten ab. Das Leben wird mit diesen geschürten Ängsten verdrossen und drückt sich in vielen Mängeln aus. Empathie und Mitgefühl verschwinden. Verdrängte Wut und Angst dienen als Projektionen, was im Umgang mit den derzeitigen Flüchtlingsströmen sichtbar wird.

Information ist nicht genug!

Regina Hruska „Wir sind untrennbar verbunden mit dem Ganzen und jeden von uns treffen die Haltungen von Gier, Ignoranz und Furcht. So wie die Erde von Produktivität und Kreativität abhängig ist, so sind es auch wir. Dies würde eine gemeinsame Sichtweise unterstützen. Der nach Innen gerichtete Blick muss sich nach einer gewissen Zeit der Schulung nach Außen richten.

Als Heilschamanin sehe ich, die gesamte Natur als Geist, und davon ist der Mensch nicht ausgenommen. Der Einzelne braucht das Gefühl der Zugehörigkeit und Verbundenheit mit Erde und Kosmos. Das geht einher mit Bewusstheit, Balance, Authentizität, Ausdauer, Mut, Demut, Hingabe und Harmonie zur natürlichen Welt. Mit Rechten für alle Lebewesen! Das ist nicht einfach, doch wie Seminare und Termine im Seminarzentrum zeigen, sind Menschen bereit, diesem Pfad zu folgen.

Wir müssen mehr tun als Forderungen stellen!

Wir brauchen ein spirituelles Fundament, spirituelle Kraftquellen. Die Quellen sind in uns selbst zu finden und jede Arbeit in „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ ist ein Schritt hin zur Quelle. Ich und alle anderen Heilschamanen, die im Seminarzentrum ausgebildet wurden und werden und sich im „Global Shamanic Centre“ zusammengeschlossen haben, stehen dafür, dass es die unmöglichen Lösungen gibt, wie Urvölker bereits mehrmals in der Menschheitsgeschichte bewiesen haben. Wir haben keine Garantien, wir wissen nicht, ob zu einem tödlichen Schlag ausgeholt wird. Aber wir geben unser Bestes! Die Erde erhält uns alle, sie ist ein göttliches, machtvolles Wesen, das Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe hervorruft“.

Wem nützt die Pandemie?

Vorläufig nützt sie dem Klima und macht uns bewusst, dass wir auch mit weniger auskommen und sich der ökologische Fußabdruck verkleinert. Die Verordnungen wirken entschleunigend und geben uns die Möglichkeit Inne zu halten, uns in und mit der Ungewissheit zu stärken, Erfolge mit anderen Augen zu sehen und vielleicht neu zu definieren was ein gutes Leben ist.

 

 

 

 

 

 

 

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