Knabenkraut

DACTYLORHIZA, ORCHIS MORIO L.

Familie der Orchideen, Orchidaceae

Das gemeine Knabenkraut wächst auf feuchten Wiesen, Tristen und lichten Wäldern, auf fruchtbaren Böden mit kalkhaltigem Untergrund. Sein beinahe fußhoher Stengel trägt die dunkel violetten Blüten. Es blüht von April bis Mai und ist der schönste Schmuck der Waldwiesen. Das männliche Knabenkraut zeichnet sich durch seine gefleckten Blätter aus. Das gefleckte Knabenkraut (Orchis maculata L.) ist ähnlich den anderen Arten, doch es hat einen schlankeren Wuchs. So sind wir ihm auch bei einem der Seminare der schamanischen Ausbildung in „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ begegnet. Ihre wässrige Art und ihre beforzugten Standorte zeugen, wie unsere Ahnen wussten, von Elfenplätzen. Auch die Akelei trug den Namen „Elfenhandschuh“, wie auch der Engelwurz die Betonie und die Einbeere als Elfenpflanzen gelten.
Seine Orchideenfamilie gehört wohl zu den interessantesten Pflanzenfamilien. Ihre Formenvielfalt umfasst mehr als 20 000 Arten und ist eine der größten Blütenpflanzenfamilien. Sie wachsen auf allen Kontinenten und in allen Klimazonen. Sie sind die Lieblinge der Blumenzüchter geworden. Auch unsere heimischen Knabenkräuter hat man versucht in den Gärten anzubauen, doch musste dieser Versuch wieder aufgegeben werden. Nicht alle Pflanzen lieben die Nähe des Menschen.

Das Knabenkraut ist selten geworden und steht heute unter Naturschutz. Nicht nur werden die Feuchtwiesen seltener, auch der Mensch hat viele seiner heilwirksamen Knollen rücksichtslos ausgegraben. Schon in der alten Heilkunde, bei Plinius, Dioskorides, Theophrast und bei anderen mittelalterlichen Heilerinnen und Heilern wurde der Salep – Schleim bei Husten, Zahnfleischentzündungen, Mund- und Rachenentzündungen gegeben und als Umschlag bei Geschwüren. Nach der Signaturlehre hat die Wurzel die Form von Hoden, daher war und ist sie, wie zum Beispiel das Liebstöckl und der Senf als Potenzmittel begehrt. Zahlreiche Rezepturen in den alternativen Therapien sprechen für seine Wirksamkeit.
Die Wurzelknollen enthalten den geschätzten Salep, der früher aus dem Orient bezogen wurde. Er kam bei uns gewinnbringend in den Handel, in Apotheken und Drogerien. Die saftigen, eigentümlich riechenden Knollen wurden ab Juli, wenn die Blüten abgefallen waren gesammelt, gewaschen, von der Außenhaut befreit und ins kochende Wasser gegeben. Damit verloren sie nicht nur den eigentümlichen Geruch, sondern auch ihren bitteren Geschmack. Dann ging die Prozedur auf vielfältige Art und Weise weiter, bis eine steife Gallerte entstand. Unsere Vorfahren benützten diese als nahrhaftes Nahrungsmittel und als ein Mittel gegen Durchfall. Der als Hausmittel begehrte Salpeterschleim wurde in Zeiten der Ruhr, der Schwindsucht und bei Leiden der Verdauungs- und Atmungsorgane gegeben. Hauptsächlich aber war es das Stärkungsmittel für Erkrankte und nach schwerer Krankheit Genesene.
Regina Hruska „Heute haben wir zahlreiche andere Stärkungsmittel zur Verfügung. Also, Hände weg vom Knabenkraut. Auch wenn Menschen in der Einzelberatung erzählen, sie nehmen als Stärkung oder wegen ihrer Magenprobleme die Salpeterwurzel, dann raten wir dringend davon ab. Denn noch immer gibt es den Raubbau der Knollen in osteuropäischen Staaten und in Kleinasien“
Im Kontakt mit unseren Alpenpflanzen sammeln wir bei jedem unserer Termine in den Bergen den reichen Segen dieser Glücksplätze in der Natur und der Knabenkräuter ein!

 

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