Getreide – Unser tägliches Brot – Teil I

Der schamanische Abend in „Licht aus der Jurte Shamanic Centre Vienna“ findet am 22. August, gemeinsam mit dem schamanischen Zentrum „Shamanic Clinic Europe“ www.shamanic-clinic-europe.com statt. Aus diesem Anlass ist es mir, Schamanin Wien, ein Anliegen, über das zu schreiben, was unser täglich` Brot ausmacht. Mein Schamanen Angebot ist eine Reihe von Blogs über das Getreide, seine Bedeutung in der menschlichen Geschichte bis in unser Heute. Als die Ausbildnerin der Schamanenausbildung Österreich ist es mir wichtig, in Blogs, in Seminare n und bei einzelnen Termine n der Fortbildungsseminare Heilung und Schamanismus im Jetzt mit unseren Vorfahren zu verbinden. Kontakt

Unsere Ahnen harkten mit Haken und Schaufeln Furchen in die Böden und es war die Aufgabe unserer Ahninnen, die Saat dort einzubringen, ihr Wachsen zu behüten und im Spätsommer zu ernten. Frauen oblag die Leitung der Feldarbeit, die lange Zeiträume für ein friedvolles Miteinander sorgte. Ein reicher Mythenschatz ist uns seit Jahrhtausenden vor unserer Zeitrechnung erhalten geblieben. In ihnen finden wir die große Muttergöttin, die sich im Laufe der Jahrtausende immer wieder „angepasst“ hat. Regina Hruska „Viele dieser lichten Frauen wurden auf die heilige Maria des Christentums übertragen. Die matriale Göttin gilt heute als die Gnaden- Segens- und Schutzmantelmadonna“.

Erst viel später zogen Tiere die Haken, zuerst war es die Arbeit von Frauen und Mädchen. Im Mittelalter kam es zur Entwicklung des Pfluges und der Egge, die sich als neue Technologien ab dem 19. Jahrhundert entwickelten.

Geerntet wurde mit Getreidemessern, die seit 10 000 v. Chr. die Menschen begleiten. Haken und Bogensicheln, gehören zu den ältesten Kulturwerkzeugen. Bis heute ist die Sichel ein Symbol für die nährenden Erntegöttinnen. Die griechische Erntegöttin Demeter wurde mit einer Sichel dargestellt. Das schonende Sicheln des Getreides war Frauenarbeit. Demeters wichtigstes Fest waren die Tesmophorien. Das Fest der „Dinkelweizenmutter“ oder Kornmutter finden wir in den Eleusinischen Mysterien, das im August/September stattfand. Bei diesen Erntefesten wurden Kultobjekte mit Kornähren, dem himmlischen Sterngold, das dem irdischen Weizen- und Ährengold entspricht geschmückt. Das Kornmädchen (Kore) verkörpert die neue Ernte. Demeter und die aus der Unterwelt zurückgekehrte Kore wiederspiegeln in diesem Mythos das Mysterium des Weiblichen, das zu unendlicher Erneuerung fähig ist. Demeter wird gemeinsam mit Kore zur Unsterblich – Göttlichen im seligen Licht und Demeter zur Herrin der drei Welten, der Erde, der Unterwelt und des Himmels.

Den Getreidegöttinnen wurden zu jeder Jahreszeit von Schamaninnen/Priesterinnen Opfer dargebracht. Denn, wurde sie nicht geehrt, konnte sie den Schoß des Lebendigen verschließen und alles Leben stilllegen. Sie konnten alles in ihren Schlund ziehen und den Menschen ihre tiefsten Erfahrungen von Angst und Tod schicken. Viele schamanische Praktiken und auch die Schamanische Reise sollten neben Ritual und Kult die Göttinnen, die Trägerinnen des Geistesgoldes, der überirdischen Ähren, milde stimmen.

Viele Ernte – Werkzeuge waren aus Holz, wie Rechen, Gabeln und Dreschflegel. Sie konnten auf den Bauernhöfen in den Wintertagen selbst hergestellt werden und auch Reparaturen wurden am Hof erledigt. Die Sense, die durch dängeln, oder wie die Sichel mit dem Wetzstein immer wieder nachgeschärft wurde, zog später als Kulturwerkzeug ein. Sie war für Frauenhände schwer zu handhaben und es verloren sich beim Sensen zu viele kostbare Körner.

Das mühevolle Dreschen des Korns war gemeinsame, eingestimmte Arbeit von Bäuerinnen, Mägden, später von Bauern und Knechten. Gedroschen wurde auf der Tenne des Heubodens. Dreschflegel und Dreschtakt waren seit Jahrtausenden bekannt. Durch das Eindreschen auf den Getreidehaufen, trennten sich die Körner vom Stroh. Mit Holzschaufeln wurden die Getreidekörner am Schluss in die Luft geworfen oder in Siebe eingefüllt, um auch das letzte Spreu zu beseitigen. Kornfegen, die sich die Kraft des Windes zunutze machten, erleichterten in den späteren Jahrhunderten die schwere Arbeit. Siebwindwerfen, Putzmühlen zählen zu den ersten Landmaschinen.

Heute rattern Mähdrescher, wie die Traktoren mit GPS – Empfänger ausgerüstet, die in den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt und bis heute weiterentwickelt werden über die Felder. Es fragt sich nur, ob das, was technisch machbar ist, für Böden und Getreide auch heilsam ist. Wir erleben neben den Orgien der Bodendegeneration, der Bodenzerstörung auch eine unheilsame chemische Verseuchung.

Das geerntete Getreide kam in Vorzeiten in sogenannte Maltersäcke, um es vor Feuchtigkeit und Selbstentzündung zu schützen. Säcke waren kostbar und wurden sie beschädigt, wurden sie von fleißigen Händen zuerst im schamanischen Ritual, später im Kult immer wieder geflickt. Die Säcke waren aus Rupf – Leinen, sie waren gekennzeichnet oder bemalen und waren eine beliebte Mitgift wenn geheiratet wurde.
Es war ein langer Weg, bis das Korn zum Müller kam und dort auf gewogen oder ausgemessen wurde. Müller wurden zumeist mit Anteilen aus dem gemahlenen Getreide bezahlt. Viele alte Mühlen sind unter die Räder der Technisierung geraten. Doch gibt es auch in unserer Zeit mutige Menschen, die sich dieses Handwerks wieder angenommen haben und aus Überzeugung hochwertige Mühlenprodukte, herstellen. Das Getreide dafür stammt aus Böden, die frei von Pflanzenschutzmitteln sind. Kleinbauern, Biobauern und Demeterbauern sorgen für die Erhaltung der Lebenssysteme der Erde.